Der Student, der in Trier von einem gleichaltrigen Afghanen mit einem Messer getötet wurde, war laut Polizei ein „Zufallsopfer“. Der 22-Jährige war gerade auf dem Rückweg vom Supermarkt – kurz darauf dann tot. Täter und Opfer kannten sich laut Polizei nicht.

Den Ermittlungen zufolge habe der Beschuldigte dem 22-Jährigen am Mittwochmorgen aus bisher unbekannten Gründen auf der Straße mit einem Küchenmesser mindestens zweimal in den Oberkörper gestochen. Der junge Mann starb trotz sofortiger Reanimation im Krankenhaus – ein plötzlicher Verlust, der für dessen Eltern kaum zu ertragen ist.

Elke und Thomas Dick haben sich nun erstmals nach der Tat öffentlich zu Wort gemeldet. Die Eltern schilderten gegenüber „Bild“ die Trauer über den Verlust ihres Sohnes und forderten politische Konsequenzen. „Es muss sich in Deutschland etwas ändern. Wir fühlen uns nicht mehr sicher“, sagten sie.

Beide engagieren sich selbst kommunalpolitisch für die CDU. Elke Dick beschrieb ihren Sohn als „total offenen und extrovertierten Menschen“. Er habe „niemals jemandem etwas zuleide tun können“, sagte sie gegenüber der Zeitung.

Kurz vor der Tat habe er seine letzte Klausur im Geschichtsstudium geschrieben – der Bachelorabschluss an der Universität Trier habe unmittelbar bevorgestanden. Anschließend habe er einen Masterstudiengang in Militärgeschichte in Potsdam beginnen wollen.

Stattdessen plant Familie Dick nun die Beerdigung ihres Kindes. „Wir haben das Liebste durch dieses unsägliche Verbrechen verloren.“ Vater Thomas forderte deshalb politische Konsequenzen. „Der Fall meines Sohnes muss jetzt Deutschland aufrütteln“, sagte er. „Ich appelliere an die Politik, an unsere Landes- und Bundesregierung, unsere Bürger vor solchen Attentaten zu schützen. Ich möchte Gerechtigkeit für meinen Sohn.“

Gedenken am Tatort

In Trauer vereint gedachten auch zahlreiche Menschen in Trier am Donnerstag mit einer Schweigeminute dem getöteten Studenten. Auf der sogenannten Forumsplatte der Universität folgten etwa 1000 Menschen einem Aufruf. Auch ein Kondolenzbuch war ausgelegt, unter anderem trug sich Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) ein. An der Stelle, an der sich die Tat ereignet hatte, waren Blumen und Kerzen zu sehen.

Zahlreiche Studenten trauern auf dem Forumsplatz der Universität Trier. Nur wenige hundert Meter entfernt geschah das Verbrechen

Auch das Sickingen-Gymnasium in Landstuhl, an dem das Opfer 2022 sein Abitur abgelegt hatte, verabschiedete sich von seinem ehemaligen Schüler. Lehrer und Schüler zeigten sich tief erschüttert. „Dass ein junger Mensch am Beginn seines Erwachsenenlebens auf so sinnlose Weise aus dem Leben gerissen wurde, lässt sich kaum in Worte fassen und berührt uns als Schulgemeinschaft zutiefst“, erklärte die Schule. Die Gedanken der Schulgemeinschaft seien bei der Familie, den Freunden und den Angehörigen des Getöteten.

Schuldfähigkeit des Beschuldigten wohl beeinträchtigt

Der Beschuldigte, der nach der tödlichen Attacke vom Tatort flüchtete und wenig später in der näheren Umgebung vorläufig festgenommen wurde, lebt seit mehreren Jahren in Trier und hat zuletzt in der Nähe des Tatorts gewohnt. Der Afghane hat die Tat eingeräumt, jedoch sonst keine Angaben zur Sache gemacht.

Das Amtsgericht Trier hat die einstweilige Unterbringung des Mannes in der geschlossenen forensischen Psychiatrie angeordnet. Den Ermittlungen zufolge leidet er an einer psychischen Erkrankung, wegen der er in jüngerer Zeit in einer psychiatrischen Klinik in Behandlung gewesen sei. „Es bestehen daher Anhaltspunkte dafür, dass die Schuldfähigkeit des Beschuldigten bei Begehung der Tat beeinträchtigt war.“ Klarheit soll ein Gutachten bringen.

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