„Das sehen wir, wenn wir Professoren gewinnen wollen“ – Minister warnt vor Standortnachteil AfD
Die hohen Zustimmungsraten für die AfD in Sachsen-Anhalt sind nach Angaben von Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) ein Standortnachteil. „Das sehen wir etwa bei den Hochschulen, wenn wir Professorinnen und Professoren gewinnen wollen“, sagte Willingmann der Funke-Mediengruppe.
Menschen sagten mittlerweile nicht mehr nur, dass sie nicht kommen. „Viele sagen auch: Ich möchte meine Familie nicht in ein Umfeld holen, in dem sich das Klima so entwickelt.“ Von solchen Erfahrungen berichteten inzwischen auch Unternehmen, wenn sie Fachkräfte gewinnen wollten. „Und nicht nur Wirtschaftsverbände warnen angesichts des unübersehbaren Fachkräftebedarfs in Sachsen-Anhalt vor dieser Entwicklung“, erklärte der Minister.
Am 6. September wählen die Menschen in Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. In den Umfragen liegt die in dem Bundesland als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD weit vorne bei 41 Prozent.
Gerade hat Spitzenkandidat Ulrich Siegmund ein 100-Tage-Programm mit Sofortmaßnahmen im Falle einer Regierungsübernahme vor. Dazu gehört unter anderem, den Rundfunkstaatsvertrag zu kündigen, mehr Abschiebehaftplätze einzurichten, eine flächendeckende Arbeitspflicht für Asylbewerber und weniger Geld für parteinahe Stiftungen sowie für verschiedene Programme im Bereich Demokratieförderung.
Auch soll es Sonderklassen für Kinder von Asylbewerbern und einen Wachschutz an Problemschulen geben. Zudem soll eine neue Landeskampagne starten: Aus „#moderndenken“ soll „#deutschdenken“ werden. Siegmund hat außerdem angekündigt, ein bis zwei Ministerien einsparen zu wollen.
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