„Nimmt“ Trump sich jetzt Kuba?
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
vor mehr als 60 Jahren hätte die Kubakrise die Welt beinahe in den Dritten Weltkrieg gestürzt, als die Sowjetunion dort – vor der Haustür der USA – Mittelstreckenraketen stationierte. Eine Bedeutung wie in jenen Tagen des Kalten Krieges hat Kuba längst nicht mehr. Doch wirklich entspannt hat sich das Verhältnis zwischen der sozialistischen Diktatur und den Vereinigten Staaten nie.
In nächster Zeit könnte es sogar noch mal zum großen Knall kommen. Donald Trump hat schon vor Monaten in der ihm eigenen Demut verkündet: „Ich glaube wirklich, dass ich die Ehre haben werde, Kuba zu nehmen. Ich kann damit alles machen, was ich will.“ Mittlerweile ist der US-Präsident eher damit beschäftigt, den Krieg im Iran zu einem Ende zu bringen, dennoch deutete sich in den vergangenen Tagen auch ein militärisches Eingreifen der USA in Kuba immer stärker an.
Kuba befürchtet einen Angriff der USA
In der vergangenen Woche reiste der CIA-Chef John Ratcliffe auf die Karibikinsel und traf sich mit Regierungsvertretern. Seine Botschaft: Die USA seien nur dann zu einem „ernsthaften Engagement“ in Wirtschafts- und Sicherheitsfragen bereit, „wenn Kuba grundlegende Änderungen vornimmt“. Aus dem Mund eines CIA-Direktors klingen solche Worte wie ein Ultimatum.
Ein deutlicher Affront gegen die sozialistische Republik sind die kolportierten Pläne, deren früheren Präsidenten Raúl Castro in den USA anklagen. Der fast 95 Jahre alte Bruder des Revolutionsführers Fidel Castro soll 1996 als Verteidigungsminister für den Abschuss von zwei Flugzeugen verantwortlich gewesen sein. Nicht umsonst erinnert ein solches Szenario an die Entführung des venezolanischen Präsidenten Maduro durch US-Spezialeinheiten Anfang des Jahres. Passiert auf Kuba das Gleiche?
Die Spannungen zwischen beiden Ländern haben zuletzt zugenommen. Kuba soll mehr als 300 Militärdrohnen erworben haben, die womöglich gegen US-Ziele eingesetzt werden könnten. Die Meldung könnte Trump als Begründung für einen Angriff nutzen – auch wenn dem US-Präsidenten ein weiterer Krisenherd gar nicht gelegen kommen dürfte.
Trump hat bereits mit einer Reihe von neuen Sanktionen und einer Ölblockade den Druck auf Kuba sukzessive erhöht. Außerdem hat er den Inselstaat wieder auf die US-Terrorliste gesetzt. Dadurch verschärft sich die Wirtschafts- und Energiekrise, in der das Land seit Jahren steckt, weiter. Regelmäßig kommt es zu tagelangen Stromausfällen, die Ölreserven sind nahezu komplett aufgebraucht. Am meisten leidet darunter – wie so oft – die kubanische Zivilbevölkerung.
Nun kommt auch die Angst vor einem militärischen Angriff aus den USA hinzu. Der Zivilschutz hat bereits ein Handbuch mit Richtlinien für den Kriegsfall veröffentlicht. Dazu gehört unter anderem die Empfehlung, einen Vorrat an unverderblichen Lebensmitteln anzulegen. Bei vielen Bürgern stoßen diese Tipps auf Spott: Schon im Frieden ist es für viele Kubaner schwer, überhaupt an das Nötigste zu kommen.
Die Gefahr, die von einem toten Wal ausgeht
Das traurige Ende des in der Ostsee gestrandeten Buckelwals: Sein Kadaver liegt vor der dänischen Insel Anholt. Dort wird er wohl auch bleiben, der Verwesungszustand lässt nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltministerium einen Transport nicht zu.
Auch jetzt noch zieht der Wal Schaulustige an, einige klettern sogar auf das tote Tier und schießen Selfies. Das ist nicht nur respektlos, es ist auch ein großes Risiko. Hier lesen Sie, welche Gefahren drohen und wie es mit dem Kadaver weitergehen könnte.

Gestrandete Meeresriesen Wie gefährlich ist ein toter Wal?
5-Minuten-Talk: Karl Lauterbach ordnet Ebola-Ausbruch ein
In der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda ist das Ebolavirus ausgebrochen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nimmt die Lage ernst und hat den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Sorge bereitet der Umstand, dass es sich um die seltene Bundibugyo-Variante handelt, für die es keinen Impfstoff gibt.
Wie gefährlich ist die Situation, und was bedeutet das für uns in Deutschland? Der frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erklärt die Hintergründe.

Podcast „5-Minuten-Talk“ Ebola in Afrika: Sind Sie auch so alarmiert wie die WHO, Herr Lauterbach?
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Eugen Epp
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