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Andrij Jermak war die rechte Hand von Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj. Nun muss er sich in einem Anti-Korruptionsprozess vor Gericht verantworten.

In der Ukraine hat das Oberste Anti-Korruptions-Gericht Untersuchungshaft gegen den früheren ukrainischen Präsidialamtschef Andrij Jermak angeordnet. Die Haft gelte für zunächst 60 Tage, Jermak habe die Möglichkeit, gegen Kaution auf freien Fuß zu kommen, teilte der Richter am Morgen mit. 

Jermak war die rechte Hand von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Er muss sich wegen Geldwäsche-Vorwürfen verantworten. Ihm und fünf anderen Verdächtigen werden illegale Millionengeschäfte bei einem Luxusbauprojekt vorgeworfen.

Der 54 Jahre alte Jermak hatte die Vorwürfe kategorisch zurückgewiesen. Er sagte auch, dass er keine Mittel habe, um die Kaution von umgerechnet 2,72 Millionen Euro zu bezahlen.

Ukraine: Jermak sprach mit Esoterik-Beraterin über politische Agenda

Am Vortag wurden auch Details über Jermaks Kontakt mit einer Esoterik-Beraterin zutage gefördert. Die Anklage ließ bei der Verhandlung in Kiew Chats zwischen Jermak und der Frau verlesen, die in seinen Telefonkontakten als „Veronika Feng-Shui Büro“ verzeichnet war. 

Demnach habe Jermak mit der Frau über die Besetzung von Spitzenposten in der Ukraine gesprochen. Er habe ihr Geburtsdaten von Kandidaten geschickt und um Rat gebeten. Ukrainischen Presseberichten zufolge bezeichnet sich die 51-jährige Frau aus Kiew selbst als astrologische Beraterin.

Jermak galt als die zweitmächtigste Person in der Ukraine nach Selenskyj. Trotz seiner nicht durch eine Wahl legitimierten Position übte er großen Einfluss auf weite Teile der ukrainischen Politik aus. Der ehemalige Filmproduzent und Anwalt für Unterhaltungsrecht war zudem der führende Unterhändler Kiews bei den von den USA unterstützten Friedensgesprächen mit Russland. Sein Rücktritt im vergangenen Jahr erfolgte im Zuge einer umfassenderen Regierungsumbildung. Diese zielte darauf ab, das Vertrauen in das Präsidentenbüro wiederherzustellen, das von Vorwürfen der Machtzentralisierung überschattet wurde.

Die von Russland angegriffene Ukraine würde gerne in die Nato und die EU. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte einen schnellen EU-Beitritt zuletzt aber als unrealistisch bezeichnet. Neben dem Krieg gilt auch die im Land verbreitete Korruption als Problem. Selenskyj hat mehrfach beteuert, diese zu bekämpfen.

DPA · Reuters jha
  • Ukraine
  • Andrij Jermak
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