• Ex-GDL-Chef: "Der kleine Mann wird abgezockt"
  • Weselsky gegen "Verrentung von Zugewanderten"
  • Buhrufe und Pfiffe für Merz beim DGB-Kongress

Der Ex-Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, wirft Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine mangelnde Nähe zu Arbeitnehmern vor. Weselsky sagte bei MDR AKTUELL, der Kanzler zeige zu wenig Empathie und reduziere soziale Fragen auf Rechenaufgaben.

Weselsky sagte in Richtung Merz, wenn er meine, "dass das alles an der Geburtenrate also Demografie liegt und eine Rechenaufgabe ist, dann holt er natürlich niemanden in diesem Land als Mensch ab".

Der kleine Mann wird abgezockt und die Pharmaindustrie kommt vor Lachen nicht in den Schlaf.

Claus Weselsky

Merz kümmere sich nicht um das Wohl derer, die hier arbeiteten und lebten. Die Gewerkschaften würden deshalb wieder stärker dagegen halten. Zugleich kritisiert Weselsky eine Politik, die vor allem Geringverdiener belaste und große Konzerne schone. Weselsky verweist dabei auf die geplante Reform der Krankenversicherung. Wenn "der kleine Mann abgezockt" werde, müssten sich Union und SPD über Widerstand nicht wundern, sagte der Ex-GDL-Chef.

Weselsky gegen "Verrentung von Zugewanderten"

Dass sich auch Gewerkschaften diesem Widerstand anschließen, sei für Weselsky klar. Dabei verweist er auf "Milliarden an versicherungsfremden Leistungen" sowohl in der Kranken- als auch in der Rentenversicherung, die aus Steuermitteln bezahlt werden müssten. Aber dort traue sich die Regierung nicht heran. Als Beispiel nannte Weselsky die "Verrentung von Zugewanderten", die nie in die Versicherung eingezahlt hätten.

Die Aussagen von Merz wirkten "abstoßend", sagte Weselsky weiter: "Der Mann kümmert sich um alles, nur nicht um die Menschen, die in diesem Land arbeiten und Leben."

Buhrufe und Pfiffe beim DGB-Kongress

Merz war am Dienstag beim Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bei seiner Rede über die geplanten Sozialreformen ausgebuht worden. Mit seinem Appell, den Reformprozess als Chance statt als Bedrohung zu begreifen und daran mitzuwirken, drang der CDU-Chef bei den rund 400 Delegierten kaum durch.

Merz hatte bei den Gewerkschaften bereits in den vergangenen Monaten mit Äußerungen zur gesetzlichen Rente als "Basisabsicherung" oder mangelnder Arbeitsmoral ("Lifestyle und Vier-Tage-Woche") für Unmut gesorgt.

dpa/MDR AKTUELL (kkö)

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