„Hey, hey. Das ist ein völliger Mangel an Respekt“ – Plötzlich weist Macron das Publikum zurecht
Bitte Ruhe: Beim „Africa Forward Summit“ in der kenianischen Hauptstadt Nairobi hat sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron über das unruhige Publikum bei einem Vortrag beschwert. Während auf der Bühne eine Diskussion stattfand, stand Macron plötzlich auf und blickte sich im Saal um. Dann ging er auf die Bühne. „Jetzt schon? Sie sind doch noch gar nicht an der Reihe“, sagte eine Moderatorin zu dem Staatschef, sichtlich irritiert.
Macron nahm sich dennoch das Mikrofon und sprach zum Publikum. Er werde für Ruhe sorgen, sagte er der Moderatorin. „Entschuldigung, an alle. Hey, hey, hey“, rief er. Aber es sei unmöglich, über Kultur zu sprechen und inspirierenden Menschen wie denen auf der Bühne das Wort zu erteilen, wenn solch ein Lärm gemacht werde. Dafür gab es Applaus.
„Das ist ein völliger Mangel an Respekt“, betonte Macron. „Ich schlage vor, wenn ihr unbedingt etwas zu zweit oder irgendetwas besprechen wollt, geht bitte raus.“ Wer hierbleiben wolle, solle zuhören.
Die Aktion von Macron kam nicht überall gut an. Die frühere simbabwische Parlamentsabgeordnete Fadzayi Mahere warf dem französischen Präsidenten auf X einen herablassenden Ton vor. Es sei weder höflich noch angemessen, „auf unseren Kontinent zu kommen und so von oben herab mit Menschen zu sprechen“, schrieb sie. Die Betroffenen seien „nicht Ihre Kinder“.
Auch der kenianisch-kanadische Jurist Miguna Miguna reagierte empört. „Afrikaner brauchen nicht Emmanuel Macrons Erlaubnis, um in Afrika zu sprechen“, schrieb er auf X. Er will 2027 bei der Präsidentschaftswahl in Kenia antreten.
Afrika-Gipfel für eine Partnerschaft auf Augenhöhe
Der „Africa Forward Summit“ soll den von Macron angekündigten Paradigmenwechsel in Frankreichs Afrikapolitik symbolisieren, weg von kolonial geprägten Beziehungen hin zu einer Partnerschaft auf Augenhöhe. 30 Staats- und Regierungschefs sowie UN-Generalsekretär António Guterres nehmen teil.
Die Veranstaltung hat zum Ziel, ein neues Partnerschaftsmodell zwischen Afrika und Frankreich zu entwickeln, geworben wird dabei für mehr Investitionen statt klassischer Entwicklungshilfe. Im Mittelpunkt stehen Direktinvestitionen, Beteiligungen, Kredite, Bürgschaften und Zuschüsse für Projekte.
Macron kündigte in Nairobi Investitionen in Höhe von 23 Milliarden Euro auf dem afrikanischen Kontinent an. 14 Milliarden Euro kommen von französischen Geldgebern, 9 Milliarden Euro von Investoren aus Afrika.
Die Investitionen könnten mehr als 250.000 direkte Arbeitsplätze in Frankreich und Afrika schaffen, so Macron. Er dankte den vor Ort vertretenen Unternehmen und lobte die „sehr konkreten“ Ergebnisse.
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