Pflege neben dem Job – Fast jeder Zweite fühlt sich stark belastet
Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist für pflegende Angehörige eine enorme Herausforderung. Das zeigt eine Forsa-Umfrage unter rund 1500 pflegenden Angehörigen im Auftrag der AOK, die der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorab vorliegt. Knapp die Hälfte der Befragten, die zusätzlich voll oder in Teilzeit arbeiten, fühlt sich demnach körperlich und psychisch im Alltag hoch belastet. Bei den Nicht-Erwerbstätigen sind es etwa 38 Prozent.
59 Prozent der pflegenden Angehörigen sind der Umfrage zufolge erwerbstätig - davon arbeiten etwa ein Drittel in Vollzeit und rund 28 Prozent in Teilzeit. Unter den Teilzeitkräften hat demnach beinahe die Hälfte die ursprüngliche Arbeitszeit wegen der Pflegeaufgabe reduziert. Die große Mehrheit der Pflegebedürftigen in Deutschland, etwa 85 Prozent, wird häuslich versorgt.
Tägliche Pflege, wenig Entlastung
Zwei Drittel der Hauptpflegepersonen, meist Frauen, sind täglich in die Pflege eingebunden. Meist werden die eigenen Eltern gepflegt oder der Partner. Bei jeder fünften Person sind es mindestens 30 Stunden pro Woche. Fast 40 Prozent der Befragten pflegen ihre Angehörigen seit mindestens fünf Jahren.
Trotz der hohen Gesamtbelastung nutzen pflegende Angehörige kaum die bestehenden Angebote der Pflegeversicherung zur Entlastung der häuslichen Pflege und organisieren die Pflege weitgehend selbst. Etwa jeder Zweite, der Pflegegeld bezieht, nimmt keine weitere Unterstützungsleistung an. Möglich wären Verhinderungs-, Urlaubs- beziehungsweise Ersatzpflege, oder die Kurzzeitpflege in einem Heim. Hauptmotiv sei, dass die pflegenden Angehörigen nicht möchten, dass der Partner oder die Eltern von einer fremden Person gepflegt werden.
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