Abkehr von geplanter Tomahawk-Stationierung „reißt Fähigkeitslücke neu auf“, warnt Pistorius
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sieht nach der Absage der Stationierung von US-Marschflugkörpern eine Lücke bei der Verteidigungsfähigkeit. Die Tomahawk-Raketen seien als Brücke gedacht gewesen, bis Europa eigene Systeme entwickelt habe, erklärte Pistorius am Montag auf dem Truppenübungsplatz Munster. „Dass das jetzt möglicherweise nicht auf die Art geschieht, von der wir bislang ausgegangen waren, reißt diese Fähigkeitslücke neu auf“, sagte der Minister. Man müsse prüfen, wie dies ausgeglichen werden könne. Deutschland entwickle bereits zusammen mit Großbritannien und Frankreich eigene Systeme.
Um die Lücke bis dahin zu schließen, gebe es „Ideen, aber noch keine Lösung“. Die Berichte über den Abzug von 5000 US-Soldaten aus Vilseck in der Oberpfalz könne er noch nicht bestätigen, sagte er zudem. Der Zeitpunkt komme vielleicht überraschend, der Schritt an sich jedoch nicht.
US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende den Abzug von 5000 Soldaten angekündigt und später nachgelegt, es würden noch mehr sein. Zudem soll US-Kreisen zufolge auch die geplante Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern als Antwort auf die russischen Raketen in der Region Kaliningrad nicht umgesetzt werden.
Pistorius sagte, er habe bereits 2023 darauf hingewiesen, dass sich die Europäer auf ein geringeres US-Engagement in Europa einstellen müssten, da die USA sich stärker auf den indopazifischen Raum konzentrierten. „Das konnte jeder wissen, der es hören wollte“, sagte Pistorius. Eine offizielle Bestätigung für den Abzug der Soldaten liege ihm aber nicht vor. Sollte es dazu kommen, würde dies „die Abschreckungsfähigkeit der Nato als solche nicht infrage stellen“.
Stryker-Brigade könnte aus Vilseck abgezogen werden
Die „Bild“-Zeitung und der Bayerische Rundfunk (BR) hatten zuvor unter Berufung auf Kreise der US-Armee berichtet, die sogenannte Stryker-Brigade aus Vilseck solle abgezogen werden. In der 6500-Einwohner-Stadt sorgte die Nachricht für Bestürzung. „Das trifft uns hart“, sagte der neue Bürgermeister Thorsten Grädler. Bei der betroffenen Einheit handelt es sich um das 2nd Cavalry Regiment, das bereits 2020 kurz vor einem Abzug stand. Damals hatte die Abwahl von US-Präsident Donald Trump die Pläne verhindert.
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