Schütze nennt sich „freundlicher Bundesattentäter“ – und wettert gegen die US-Regierung
Der Mann, der sich gewaltsam Zutritt zum Korrespondentendinner in Washington verschaffen wollte, hat in einem Schreiben an Familienmitglieder gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump gewettert. Darin bezeichnete sich Cole Tomas Allen als „Friendly Federal Assassin“, auf Deutsch „freundlicher Bundesattentäter“. Seine Mitteilungen wurden nur Minuten vor dem Angriff verschickt, wie aus einem von der AP eingesehenen Dokument hervorgeht.
Die von der AP geprüften Schreiben umfassen mehr als 1.000 Wörter und lesen sich wie eine wirre, persönliche Botschaft. Sie beginnen ungewöhnlich locker mit einem „Hallo zusammen!“ und wechseln dann zu Entschuldigungen gegenüber Familie, Kollegen und sogar Fremden, die von der Gewalt betroffen sein könnten.
Die Texte enthielten wiederholt Verweise auf Trump, ohne ihn direkt zu nennen. Sie spielten auf eine Reihe von Vorwürfen gegen Maßnahmen der Regierung an, darunter US-Angriffe auf Boote, die mutmaßlich mit Drogen beladen sind.
Ermittler werten die Schreiben zusammen mit Social-Media-Beiträgen und Aussagen von Familienmitgliedern als einen der bislang klarsten Hinweise auf die Gedankenwelt und möglichen Motive des Verdächtigen. Die Behörden fanden zudem zahlreiche Anti-Trump-Beiträge in den sozialen Medien, die dem 31-jährigen Verdächtigen aus Kalifornien zugeordnet werden.
Medienvertreter stehen in der Nähe einer Adresse, die mit Cole Tomas Allen in Verbindung stehtFBI-Mitarbeiter grasen die Nachbarschaft von Cole Tomas Allen abSocial-Media-Profile zeigen ihn als hochgebildeten Tutor und Amateur-Entwickler von Videospielen. Er erwarb 2017 einen Bachelorabschluss in Maschinenbau am California Institute of Technology in Pasadena, wie aus seinem LinkedIn-Profil hervorgeht. Die Universität gilt als sehr renommiert und hat eine äußerst niedrige Zulassungsquote. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass der 31-Jährige jemals zuvor straffällig wurde.
Familienmitglieder des Verdächtigen kontaktierten die Polizei
Der Bruder des Mannes hatte nach Erhalt des Schreibens die Polizei in Connecticut kontaktiert, wie ein Ermittler der AP mitteilte.
Die Polizei teilte mit, sie sei um 22.49 Uhr – etwa zwei Stunden nach den Schüssen – von einer Person kontaktiert worden, die Informationen über den Vorfall übermitteln wollte. Die Behörde informierte daraufhin umgehend die Bundesbehörden.
Die Schwester des Verdächtigen, die in Maryland lebt, teilte den Ermittlern mit, ihr Bruder habe legal mehrere Waffen erworben und diese im Haus der Eltern gelagert, ohne deren Wissen. Sie beschrieb ihn als jemand, der zu radikalen Äußerungen neige.
Der Mann hatte am Samstagabend bei dem Gala-Dinner im Hilton-Hotel in Washington versucht, eine Sicherheitsschleuse zu durchbrechen und war vom Personal überwältigt worden. Es fielen Schüsse. Trump und andere ranghohe Gäste wurden in Sicherheit gebracht.
Der amtierende Justizminister Todd Blanche erklärte, der Verdächtige sei vermutlich mit dem Zug von Kalifornien nach Chicago und anschließend nach Washington gereist, wo er sich bereits Tage vor der Veranstaltung im Hotel eingecheckt habe. Er soll allein gehandelt haben und am Montag strafrechtlich angeklagt werden.
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