Nach dem vereitelten Angriff am Rande eines Gala-Dinners in Washington hat US-Präsident Donald Trump den Vorfall massiv für seine politische Agenda genutzt. Während US-Sicherheitsbehörden am Sonntag eklatante Lücken beim Schutz des Präsidenten zugaben, drängen Trump und seine republikanischen Verbündeten nun auf den Bau des umstrittenen neuen Ballsaals im Weißen Haus.

Trump stilisierte sich zudem als Zielscheibe wegen seiner politischen Erfolge. „Wenn man viel bewegt, wird man angegriffen“, hatte er bereits kurz nach der Tat am Samstagabend erklärt. Am Sonntag legte er in den sozialen Medien nach und verglich sich mit dem früheren Präsidenten Abraham Lincoln. Ohne seine Zölle auf Importe und die hohen Militärausgaben wäre er weniger gefährdet, so Trump.

Auf seiner Online-Plattform Truth Social schrieb er: „Was gestern Abend passiert ist, ist genau der Grund, warum unser großartiges Militär, der Secret Service, die Strafverfolgungsbehörden (...) darauf bestanden haben, dass ein großer, sicherer und geschützter Ballsaal auf dem Gelände des Weißen Hauses errichtet wird.“ Der Ballsaal könne gar nicht schnell genug fertiggestellt werden, so Trump weiter.

Den Angriff führte der ‌Präsident zudem als Argument für seinen geplanten, 400 Millionen Dollar teuren Ballsaal an. Dieser soll über einen Bunker, ein drohnensicheres Dach und kugelsicheres Glas verfügen. Republikanische Verbündete kündigten am Sonntag an, Gesetzesinitiativen einzubringen, um den gerichtlich gestoppten Bau des Saals durchzusetzen.

Der amtierende Justizminister Todd Blanche teilte mit, sein Ministerium werde einen Richter bitten, das laufende Verfahren gegen das Bauprojekt abzuweisen. Ein Bundesrichter ordnete Ende März einen Baustopp für den Ballsaal an und erklärte, das Projekt ‌sei ohne Zustimmung des Kongresses rechtswidrig, obwohl ein Bundesberufungsgericht diese einstweilige Verfügung später aussetzte.

Secret Service unter Druck

Gleichzeitig steht der Secret Service nach dem Vorfall im Washington Hilton massiv in der Kritik. Der bewaffnete Schütze aus Kalifornien konnte die äußeren Sicherheitskontrollen offenbar umgehen, indem er sich in den Tagen vor der Veranstaltung als regulärer Gast in dem Hotel einmietete, wie am Sonntag aus US-Regierungskreisen verlautete.

Zudem verlief die Evakuierung der anwesenden Regierungsmitglieder ‌teilweise unkoordiniert. Während Trump nach etwa 30 Sekunden ‌von der Bühne gebracht wurde, dauerte es bei einigen Ministern rund 150 Sekunden, bis sie den Saal verlassen konnten.

Trotz äußerer Sicherheitskontrollen gelangte der Schütze Cole Tomas Allen bis in den Vorraum des Hotels, wo ihn Beamte schließlich überwältigten

Tim Röhn, Leiter des Axel Springer Global Reporters Network, der vor Ort war, zeigte sich über die laschen Sicherheitsvorkehrungen überrascht: „Trotz des Andrangs teils aggressiver Trump-Gegner vor dem Hotel reichte es, wenn Gäste lediglich einen Screenshot der Einladung zeigten, um auf das Gelände und ins Gebäude zu gelangen. Ausweis? Nicht erforderlich.“ Selbst Jacken habe man für den Sicherheitscheck nicht ausziehen müssen.

Auch der Schütze selbst wunderte sich in einem ‌Manifest über die laxe Sicherheit. Ehemalige Sicherheitsbeamte erklärten, der Secret Service müsse künftig ‌die ‌Sperrzonen bei Großveranstaltungen deutlich ausweiten.

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