Der Außen- und Sicherheitspolitiker Roderich Kiesewetter fordert im „Machtmenschen“-Podcast des Nachrichtenmagazins „Focus“ einen europäischen Ersatz für die Nato und einen Strategiewechsel Deutschlands und Europas: „Wir müssen uns von den Amerikanern als Bündnispartner verabschieden“, so der CDU-Bundestagsabgeordnete.

Auch unter Einbeziehung europäischer Staaten, die nicht zur EU oder der Nato gehören, müsse Europa jetzt einen Ersatz für das transatlantische Bündnis schaffen. „Es wäre gut, wenn mit Großbritannien, Norwegen, Island, der Ukraine und der Türkei europäische Sicherheit und eine europäische Nato organisiert wird“, so Kiesewetter im „Machtmenschen“-Podcast.

Große Versäumnisse im Umgang mit Russland sieht Kiesewetter vor allem in Deutschland. Die Bundesrepublik sei „das mental schwächste Land Europas“. Kanzler Friedrich Merz kritisierte Kiesewetter, da dieser den Marschflugkörper Taurus der Ukraine nicht zur Verfügung stellt.

Rutte hält Nato-Austritt der USA für unwahrscheinlich

In den vergangenen Wochen hatten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zum wiederholten Mal Ängste vor einem Austritt der USA aus dem Bündnis geschürt. Trump kritisierte die seiner Ansicht nach mangelnde Unterstützung der Nato-Partner für den Krieg gegen den Iran. Der US-Senat müsste einem Nato-Austritt mit Zweidrittelmehrheit zustimmen – was als sehr unwahrscheinlich gilt.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte hält Spekulationen über einen möglichen Austritt der USA aus dem Verteidigungsbündnis unterdessen für abwegig. „Ich sehe nicht, dass die USA die Nato verlassen werden“, sagte Rutte der „Welt am Sonntag“ in der vergangenen Woche. Auch der nukleare Schutz Europas durch die USA stehe nicht infrage. „Der Nuklearschirm der Amerikaner ist der ultimative Garant von Sicherheit hier in Europa. Und ich bin überzeugt davon, dass es so bleiben wird.“

Rutte hatte sich vor rund anderthalb Wochen mit Trump im Weißen Haus getroffen und gesagt, Trump habe sich „eindeutig enttäuscht“ über das transatlantische Bündnis und mehrere Partnerstaaten gezeigt. Streitpunkte mit Nato-Staaten waren unter anderem die Nutzung von Militärstützpunkten sowie eine Mission zur Öffnung der Straße von Hormus. Trump ging vor allem Spanien, Frankreich und das Vereinigte Königreich immer wieder an.

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