„Die Brandmauer wird in Flammen aufgehen“ – Ex-Siemens-CEO Kaeser warnt vor Sackgasse
J oe Kaeser, Aufsichtsratschef von Siemens Energy und Daimler Truck und ehemaliger Siemens-CEO, blickt mit Sorge auf die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage. Im Interview bei dem Portal „The Pioneer“ bezeichnete er die bisherige Laufzeit der schwarz-roten Regierung als ein „Jahr der verpassten Chancen“. Die kommenden beiden Jahre müssten genutzt werden, um strukturelle Veränderungen anzustoßen.
Ihn befremde, dass man „offensichtliche Themen“ nicht löse, und nannte beispielhaft das Thema Rente. Es sei „unverantwortlich“, die Bezüge über einen Inflationsausgleich hinaus weiter anzuheben und somit auf Kosten der jüngeren Generation zu erhöhen.
Nach „gesellschaftlichen Normen“ sei derzeit als einzige Koalitionsoption schwarz-rot möglich. „Da merkt man dann schon, dass sehr viel gebremst wird, gerade bei den Brennpunkt-Themen Arbeit und Wirtschaft, Renten und Soziales“, kritisierte Kaeser. Die große Frage werde sein, was am Ende der Sackgasse komme, so Kaeser. Diese sei erreicht, wenn „die taktischen Maßnahmen“ sich erschöpfen. „Dann wird die Frage sein: Hat man den Mut, mit einer Minderheitsregierung das Land durchzuschütteln?“
Dann werde es einen „Riesenaufruhr“ geben, prognostizierte er: „Die Brandmauer wird in Flammen aufgehen und bestehen oder auch nicht.“ Es werde viele Fragestellungen geben, aber das Land brauche „eine Art Disruption“ – gemeint sei „das Gefühl, es werde etwas passieren – oder es ist jetzt etwas passiert“.
Die Bundesregierung gehe durch eine schwierige Zeit. Der Reformstau sei riesig, man rede kaum noch über Europa – wenn, dann nur noch über eine „unfassbare Bürokratie und Defokussierung“. Am Ende der Sackgasse werde „eine große strukturelle Maßnahme“ stehen müssen: „Sonst werden wir den Weg in den Niedergang fortsetzen.“
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