„Wir verlieren diesen Krieg“ – US-Senator attestiert Trump Realitätsverlust
Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:
23:07 Uhr – Irans Außenminister verurteilt Angriff auf Autobahnbrücke
Irans Außenminister Abbas Araghtschi reagiert mit scharfer Kritik auf die US-Bombardierungen einer Autobahnbrücke. „Angriffe auf zivile Strukturen, einschließlich unfertiger Brücken, werden die Iraner nicht zur Kapitulation zwingen“, schrieb Araghtschi auf X. Derartige Angriffe seien Ausdruck eines „moralischen Zusammenbruchs“, fügte er hinzu. Das Ansehen der USA werde sich niemals davon erholen.
Die als „B1“ bekannte Autobahnbrücke war am Donnerstag zweimal innerhalb kurzer Zeit bombardiert worden. Sie war Teil der Pendlerroute zwischen der Großstadt Karadsch und der überfüllten Millionenmetropole und Hauptstadt Teheran. Zudem liegt sie an einem Verkehrsknoten in Richtung Kaspisches Meer, einem beliebten Reiseziel. Mit einer Höhe von 132 Metern war sie die höchste Brücke im Iran. Ein Teilabschnitt befand sich noch im Bau.
22:15 Uhr – Trump: „Größte Brücke im Iran“ zerstört
Bei neuen Angriffen auf den Iran ist nach Angaben von US-Präsident Trump die größte Brücke des Landes zerstört worden. Trump veröffentlichte am Donnerstag auf seiner Onlineplattform Truth Social ein Video von der noch im Bau befindlichen B1-Brücke in Karadsch rund 35 Kilometer südwestlich von Teheran. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie das Bauwerk teilweise einstürzt und wie dichter Rauch aufsteigt.
„Die größte Brücke im Iran stürzt ein, wird nie wieder benutzt werden“, schrieb Trump dazu. Der US-Präsident drohte mit weiterer Zerstörung, sollte die Führung der Islamischen Republik nicht zu Verhandlungen über ein Ende des Iran-Krieges bereit sein: „Es ist an der Zeit, dass der Iran einen Deal macht, bevor nichts mehr übrig ist von dem, was noch ein großartiges Land werden könnte.“
Das iranische Staatsfernsehen hatte zuvor von zwei US-israelischen Angriffen auf die Brücke berichtet. Bei dem ersten Angriff habe es zwei zivile Opfer gegeben. Der zweite Angriff sei erfolgt, als Einsatzkräfte den Opfern zu Hilfe kommen wollten. Die Brücke galt laut iranischen Medien als die höchste in der Region.
21:33 Uhr – Außenpolitischer Berater von Merz trifft Rubio
Nach der Kritik von US-Präsident Trump an Deutschland und anderen europäischen Nato-Partnern hat der außenpolitische Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz, Günter Sautter, US-Außenminister Marco Rubio in Washington getroffen. Eine Regierungssprecherin in Berlin bestätigte einen entsprechenden Bericht von „Table.Briefings“.
Das Treffen habe am Mittwoch stattgefunden, beide hätten über den Iran, die Nato und die Ukraine gesprochen. Es sei ein „sehr positives Gespräch“ gewesen, so die Sprecherin.
21:03 Uhr – „Wir verlieren diesen Krieg“: Senator sieht Realitätsverlust Trumps
Der US-Senator Chris Murphy attestiert Donald Trump nach dessen Ansprache zum Iran-Krieg Realitätsverlust. Trumps Rede am Mittwochabend (Ortszeit) entstamme einer Realität, „die nur in Donald Trumps Vorstellung existiert“, sagte der Demokrat. „Wir verlieren diesen Krieg“, erklärte er.
Der demokratische US-Senator Chris Murphy„Wir können weder all ihre Raketen und Drohnen noch ihr Atomprogramm zerstören. Der Iran übt in der Region mehr Macht aus als vor dem Krieg, insbesondere wenn er nun die Straße von Hormus dauerhaft kontrolliert“, sagte Murphy. „Wir geben Milliarden aus, die wir nicht haben, und verlieren amerikanische Leben in einem Krieg, der die Welt destabilisiert und uns verantwortungslos erscheinen lässt.“
20:20 Uhr – Russland: Straße von Hormus ist für uns offen
Die Straße von Hormus ist nach Angaben des Kreml-Beraters Juri Uschakow für Russland nicht gesperrt. „Sie ist für uns offen“, sagt Uschakow nach Angaben der russischen Agentur Interfax im Staatsfernsehen. Die Agentur Tass berichtet, Außenminister Sergej Lawrow habe mit seinem iranischen Amtskollegen telefoniert. Themen seien die Lage in Nahost und die Situation in der Straße von Hormus gewesen. Details dazu wurden zunächst nicht genannt.
19:50 Uhr – Israel meldet Tötung von iranischem Öl-Kommandeur in Teheran
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben einen weiteren ranghohen iranischen Kommandeur getötet. Bei dem Angriff in der iranischen Hauptstadt Teheran sei Dschamschid Eshaghi in dieser Woche ums Leben gekommen. Er sei Kommandeur des „Öl-Hauptquartiers“ der iranischen Streitkräfte gewesen, hieß es weiter in der Mitteilung. Dieses ermögliche dem iranischen Machtapparat die Fortsetzung seiner Aktivitäten und seines militärischen Aufbaus durch Gewinne aus Ölverkäufen.
19:48 Uhr – Israelische Armee: Erneut Rakete aus dem Jemen abgefeuert
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut eine Rakete identifiziert, die aus dem Jemen Richtung Israel abgeschossen worden sei. Abfangsysteme seien im Einsatz, hieß es in einer Mitteilung. Es war der vierte derartige Vorfall seit Beginn des Iran-Krieges.
17:35 Uhr – Ministerium: Rund 1350 Tote im Libanon durch israelische Angriffe
Israelische Angriffe im Zuge des wieder aufgeflammten Krieges mit der Schiitenmiliz Hisbollah haben seit dem 2. März mindestens 1345 Menschen im Libanon das Leben gekostet. Das teilte das libanesische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Unter den Todesopfern seien 125 Kinder und mehr als 90 Frauen. Binnen 24 Stunden seien zuletzt 27 Menschen getötet und 105 weitere verletzt worden, erklärte das Ministerium. Insgesamt seien 4040 Menschen verletzt worden. Laut Ministerium sind unter den Toten auch 53 Mitarbeiter des Gesundheitswesens.
17:19 Uhr – Huthi-Chef: Werden dem Feind „nicht tatenlos zusehen“
Der Anführer der jemenitischen Huthi-Miliz macht eine Kampfansage gegen Israel und die USA. „Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie der Feind seine Ziele erreicht, und wir werden auch nicht die ganze Last anderen überlassen, als ob es uns nicht betreffe“, sagte Abdul Malik al-Huthi in einer Rede, die am Donnerstag im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Für Freitag forderte er zu Solidaritätskundgebungen mit dem Iran in der Hauptstadt Sanaa auf.
16:48 Uhr – UN-Generalsekretär: Spirale aus Tod und Zerstörung muss enden
UN-Generalsekretär António Guterres warnt vor dem Hintergrund der jüngsten Eskalationsdrohungen zwischen den USA und dem Iran vor einer gefährlichen Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten gewarnt. „Wir stehen am Rande eines größeren Krieges, der den Nahen Osten erfassen und weltweit dramatische Auswirkungen haben würde“, sagte Guterres vor Journalisten in New York. „Die Spirale aus Tod und Zerstörung muss enden.“
16:44 Uhr – Libanesischer Regierungschef warnt vor Plänen Israels für Pufferzone
Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam ist israelischen Plänen für eine Ausweitung der Pufferzone im Süden des Libanons entgegengetreten. Äußerungen von Regierungs- und Militärvertretern deuteten darauf hin, dass Israel die „Besatzung libanesischen Territoriums“ erheblich ausdehnen wolle, sagte Salam am Donnerstag. Er sprach von gefährlichem Gerede über Pufferzonen und Sicherheitsgürtel. Zudem verwies er darauf, dass der wieder aufgeflammte Konflikt zwischen Israel und der Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon mehr als eine Million Menschen zu Flüchtlingen gemacht habe.
Es sei deutlich geworden, dass die israelische Aggression gegen den Libanon nicht auf die laufenden Operationen seit der Waffenruhe vom November 2024 begrenzt bleiben werde, teilte Salam nach einem Kabinettstreffen mit.
16:03 Uhr – Putin und bin Salman fordern „Intensivierung“ der Diplomatie-Bemühungen
Russland und Saudi-Arabien rufen nach Angaben aus Moskau zu verstärkten diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Iran-Krieges auf. Putin habe mit dem saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman telefoniert, teilte der Kreml in Moskau mit. Dabei hätten beide Seiten die „Notwendigkeit einer raschen Einstellung der Kämpfe und der Intensivierung der politischen und diplomatischen Bemühungen“ betont, um den Konflikt dauerhaft beizulegen.
Putin und bin Salman sprachen den Angaben zufolge auch über „Probleme bei Energieproduktion und -transport“ im Zuge des Iran-Kriegs, die die „weltweite Energiesicherheit negativ beeinflussen“. Sie verwiesen auf die gemeinsame Arbeit im Opec-plus-Format, um den „weltweiten Ölmarkt zu stabiliseren“. Die Opec-plus-Gruppe umfasst die zwölf Hauptmitglieder der Organisation erdölexportierender Länder und zehn weitere rohölproduzierende Staaten.
15:55 Uhr – Bekannte Anwältin Sotudeh im Iran inhaftiert
Im Iran ist eine bekannte Menschenrechtsanwältin mitten im Krieg inhaftiert worden. Nasrin Sotudeh sei am Mittwoch festgenommen worden, berichtete ihre Tochter Mehraveh Khandan auf Instagram. „Vor wenigen Minuten haben wir erfahren, dass Mama letzte Nacht festgenommen wurde, während sie allein zu Hause war“, schrieb sie. Ihr Notebook und Handy seien beschlagnahmt worden.
Die 62 Jahre alte Sotudeh gilt als eine der einflussreichsten Anwältinnen im Iran. Im Jahr 2020 erhielt sie den Alternativen Nobelpreis. Sotudeh wurde in den vergangenen Jahren mehrfach inhaftiert und verbrachte lange Jahre hinter Gittern. Zuletzt war sie im Herbst 2023 kurzzeitig inhaftiert.
15:08 Uhr – Österreich verbietet USA militärische Überflüge für Iran-Krieg
Österreich hat den USA alle militärischen Überflüge über sein Gebiet seit Beginn des Iran-Kriegs unter Verweis auf seine Neutralität untersagt. „Es hat Anträge gegeben und diese wurden von Anfang an abgelehnt“, erklärt ein Sprecher des österreichischen Verteidigungsministeriums.
Für jeden Überflug müsse ein Antrag gestellt werden und „immer wenn es sich um ein Land handelt, das sich im Krieg befindet, wird der Antrag abgelehnt – in diesem Fall in Abstimmung mit dem Außenministerium“, heißt es.
US-Präsident Donald Trump hatte Nato-Mitgliedstaaten wie Frankreich und Spanien kritisiert, die den USA verboten hatten, ihren Luftraum für den Krieg im Iran zu nutzen. Österreich ist kein Nato-Land.
12:50 Uhr – Israel tötet 40 Hisbollah-Mitglieder
Israels Armee hat bei Angriffen am Boden, aus der Luft und vom Meer aus etliche Mitglieder der libanesischen Hisbollah getötet. In den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 40 Mitglieder der vom Iran unterstützten Miliz im Nachbarland getötet worden, teilte das israelische Militär in einer Erklärung am Mittag mit. Aus Kreisen der Hisbollah hieß es ebenfalls, Dutzende Kämpfer seien bei Nahkämpfen mit israelischen Soldaten im Südlibanon ums Leben gekommen.
11:59 Uhr – China macht USA für Blockade der Straße von Hormus verantwortlich
China gibt den USA und Israel die Hauptverantwortung für den weitgehenden Stopp der Schifffahrt durch die Meerenge von Hormus. „Die Hauptursache für die Unterbrechung der Schifffahrt in der Straße von Hormus liegt in den illegalen Militäraktionen der USA und Israels gegen den Iran“, erklärte Außenministeriumssprecherin Mao Ning. Um die Sicherheit dort wiederherzustellen, müssten die Feindseligkeiten beendet werden. „Mit militärischen Mitteln lässt sich das Problem nicht grundlegend lösen“, sagte sie.
Mao Ning, Sprecherin im chinesischen AußenministeriumMao betonte, die Volksrepublik spreche mit allen Parteien über die Meerenge von Hormus. „Wir glauben, dass ein baldiger Waffenstillstand und die Wiederherstellung von Frieden und Stabilität in der Straße von Hormus und den angrenzenden Gewässern ein gemeinsames Ziel der internationalen Gemeinschaft ist, und dass alle Seiten auf dieses Ziel hinarbeiten sollten“, sagte sie. „Eine Eskalation des Konflikts liegt im Interesse keiner Partei.“
11:51 Uhr – Irischer Premier kritisiert Trumps Steinzeit-Drohung gegen Iran
Der irische Ministerpräsident Micheál Martin kritisiert die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, den Iran „in die Steinzeit“ zu bomben. Eine solche Wortwahl sei inakzeptabel, denn die iranische Bevölkerung, die keine Rolle im Krieg spiele, habe ein Recht auf Sicherheit, sagt Martin dem Radiosender Newstalk. „Wir alle wissen, dass das iranische Regime sehr repressiv war. Aber dieser Krieg bringt Tod und Zerstörung über Menschen im Iran, die nichts mit dem Regime zu tun hatten.“
09:49 Uhr – Dax knickt nach Trump-Rede ein – Ölpreise steigen wieder deutlich
Nach der Rede an die Nation von US-Präsident Trump und daraufhin deutlich steigenden Ölpreisen gibt der deutsche Aktienmarkt merklich nach. Der Dax fiel in den ersten Handelsminuten um 1,6 Prozent auf 22.936 Punkte. Tags zuvor hatte er die Marke von 23.000 Punkten übersprungen und in den ersten drei Handelstagen der verkürzten Karwoche um rund viereinhalb Prozent zugelegt.
Die Ölpreise stiegen am Morgen deutlich. Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um 4,4 Prozent auf 105,65 Dollar je Barrel. Das US-Öl WTI notierte 3,6 Prozent fester bei 103,68 Dollar.
08:25 Uhr – Iran droht USA und Israel nach Trump-Rede mit „vernichtenden“ Angriffen
Das iranische Militär droht nach neuen Angriffsankündigungen von US-Präsident Trump mit einer „vernichtenden“ Reaktion. „Rechnet mit unseren noch vernichtenderen, umfassenderen und zerstörerischeren Maßnahmen“, erklärte das zentrale Einsatzkommando des iranischen Militärs, Chatam al-Anbija, an die USA und Israel gerichtet. „Im Vertrauen auf den allmächtigen Gott wird dieser Krieg so lange andauern, bis ihr gedemütigt, entehrt, von dauerhaftem und sicherem Bedauern erfüllt seid und euch ergebt.“
06:20 Uhr – Israel: Iranischer Raketenangriff auf den Norden des Landes
Weniger als eine halbe Stunde nach der Rede von US-Präsident Trump zum Iran-Krieg hat Israel einen iranischen Raketenangriff auf den Norden des Landes gemeldet. Das Militär arbeitet den eigenen Angaben zufolge daran, aus dem Iran abgefeuerte Raketen abzufangen – den dritten Angriff am Donnerstag. Sirenen erklangen im Norden Israels, von der Stadt Haifa an der Mittelmeerküste bis zum See Genezareth.
Bei einem ersten iranischen Angriff im Zentrum des Landes wurden nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom ein zwölfjähriger Junge und zwei sieben Monate alte Säuglinge durch umherfliegendes Glas leicht verletzt. Bei demselben Angriff in Bnei Brak, einer Stadt östlich von Tel Aviv, wurde den Angaben zufolge auch ein 24-Jähriger verletzt.
Menschen suchen Schutz in einem Luftschutzkeller in Bnei BrakHaftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke