Es war offenbar ein Moment, den auch ein Superstar nicht alle Tage erlebt: Ein Militärhubschrauber fliegt am vergangenen Samstag ganz nah an das Luxus-Anwesen von Kid Rock in den Hügeln von Nashville im US-Bundesstaat Tennessee heran und bleibt einige Sekunden direkt vor dessen Pool in der Luft stehen. Der US-Musiker ist sichtlich begeistert – er klatscht Beifall, salutiert und reckt eine geballte Faust hoch.

Der 55-Jährige veröffentlichte anschließend auf seinem X-Account ein Video von der Szene. Kid Rock ist dabei augenscheinlich von hinten zu sehen. Er steht an seinem Pool neben einer Nachbildung der Freiheitsstatue. Als die Kamera ein wenig umschwenkt, ist zudem an der Wand seines Luxus-Anwesens ein Schild mit der Aufschrift „The Southern White House“ zu sehen. Zu seinem Post schrieb Kid Rock: „Diesen Respekt wird der hirnlose Gouverneur von Kalifornien niemals kennenlernen. Gott schütze Amerika und all jene, die ihr Leben für es geopfert haben.“

Der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Robert Ritchie heißt, ist glühender Trump-Anhänger und trat auch bereits auf diversen Veranstaltungen des US-Präsidenten auf, beispielsweise auf Rallys im Wahlkampf. Kaliforniens demokratischer Gouverneur Gavin Newsom hingegen gilt als einer der größten Kritiker des US-Präsidenten.

Doch der Spaß hatte für die beiden Piloten des Stützpunktes Fort Campbell Konsequenzen: Das US-Militär leitete eine interne Ermittlung ein und suspendierte die Piloten vorübergehend. „Die Piloten der Armee müssen strenge Sicherheitsstandards, Professionalität und geltende Flugvorschriften einhalten“, zitierte der US-Sender NBC aus einer Mitteilung der Armee vom Montag. Falls ein Fehlverhalten vorliegen sollte, würden angemessene Maßnahmen ergriffen, hieß es weiter.

Dann schaltete sich jedoch US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in den Vorgang ein – und machte die Suspendierung rückgängig. Zudem ließ Hegseth die militärinternen Ermittlungen zum Verhalten der beiden Piloten stoppen.

In einem Post auf X schrieb er am Dienstagabend: „Piloten-Suspendierung aufgehoben. Keine Bestrafung. Keine Ermittlung. Macht weiter, Patrioten.“

In US-Medien kam Kritik an der Entscheidung Hegseths auf. „Es handelte sich um einen bemerkenswerten Eingriff auf höchster Pentagon-Ebene, der die interne militärische Befehlskette umging“, schrieb etwa die „New York Times“. Dies sei ein weiteres Indiz für Hegseths „Verachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen im Militär“.

Trump: Hatten ihren Spaß

Unbekannt war, wie das Militär nun auf die Entscheidung Hegseths reagieren wird, diese Ermittlungen zu kippen.

Trump selbst zeigte sich laut NBC nicht sonderlich besorgt über den Vorfall. Auf die Frage während einer Zeremonie zur Unterzeichnung eines Dekretes, ob er das Video gesehen habe, sagte er: „Nein, habe ich nicht. Aber ich bin mir sicher, sie hatten ihren Spaß.“

Dem Sender zufolge fügte er hinzu: „Das hätten sie wahrscheinlich nicht tun sollen. Man soll doch keine Spielchen spielen, oder?“ Er werde sich das Video einmal ansehen: „Sie mögen Kid Rock, ich mag Kid Rock. Vielleicht wollten sie ihn verteidigen, ich weiß es nicht.“

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