„Die Nato ist ohne Amerika besser dran“, sagt Ex-Chef-Strategin Babst
Die ehemalige hochrangige Nato-Mitarbeiterin Stefanie Babst hat sich dafür ausgesprochen, das Bündnis strategisch stärker auf eine Zukunft ohne die USA auszurichten. Bei WELT TV sagte sie: „Die Nato ist ohne Amerika besser dran als wir mit einem Amerika, das die internationale Weltordnung, das internationale System vor unseren Augen immer weiter in ein Chaos stürzt und unsere eigenen Staaten darüber hinaus noch destabilisiert.“
Die US-Regierung unter Donald Trump habe vor einem Jahr begonnen, die „Werte- und Interessensbasis der Nato zu verlassen“. Babst sieht dabei die Einstellung von Ukraine-Hilfen sowie die Drohung der Übernahme Grönlands als Beispiel. Vertrauen zwischen den Verbündeten sei „massiv verloren“ gegangen. Man könne hoffen, Trump irgendwie an sich zu binden. Aber: „Ich halte das unterm Strich für komplett illusorisch und wäre eher dafür, dass wir unsere Energie, unseren Fokus auf die Ukraine lenken und die Ukraine wirklich als Speerspitze der Verteidigung Europas gegen ein aggressives Russland in unsere Reihen einbinden.“
Babst betonte, dass sie nicht von einer „Zerschlagung der Nato“, sondern von deren Rettung spreche. Sie will betonen, dass die USA die Nato demontierten, dass sie sie seit über einem Jahr zerstörten, dass sie sie immer weiter schwächten.
Konkret fordert sie die Nato-Mitgliedschaft der Ukraine. Es sei egal, „ob es mit Russland zu machen ist oder nicht“. Abgesehen von den USA und Ungarn hätten 30 Nato-Staaten ein Interesse daran, das Verteidigungsbündnis am Leben zu erhalten und den Fokus darauf zu setzen, was wichtig für Europa sei – Russland in der Ukraine zurückzudrängen. Babst erklärte: „Es muss ein strategisches Zeichen kommen, dass wir gemeinsam mit der Ukraine auf Augenhöhe diesem Russland begegnen, das uns noch weiter beschäftigen wird.“
Europa werde es so lange mit einem „aggressiven, expansionistischen Russland“ zu tun haben, bis es dem Land deutlich mache, dass es eine rote Linie gebe. „Und diese rote Linie müssen wir selber ziehen und nicht darauf hoffen, dass ein korrupter Präsident in Amerika versucht, einen anderen korrupten Präsidenten, nämlich dem in Moskau, mit irgendeinem Deal zu überzeugen.“
Babst ist ehemalige leitende Mitarbeiterin des internationalen Stabs der Nato. Insgesamt 14 Jahre arbeitete sie als stellvertretende beigeordnete Generalsekretärin und war damit in dieser Zeit ranghöchste Deutsche im Nato-Generalsekretariat.
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