Thüringens CDU-Ministerpräsident Mario Voigt und der dortige AfD-Landes- und Fraktionschef Björn Höcke haben sich im Landtag einen heftigen Schlagabtausch geliefert. Hintergrund war eine Regierungserklärung zur Modernisierung des Freistaates, um Thüringen für Bürger und die Wirtschaft wieder attraktiv zu machen.

Voigt sagte in seiner Rede, seine Regierung sei angetreten, um abzuliefern. Veränderungen bei der Wirtschaftsförderung, in der Bildung oder der Gesundheitsversorgung sollten auch als Chance begriffen werden. Eines der Ziele der Koalition aus CDU, BSW und SPD sei es, Thüringen zu einer der „Top 5-Wachstumsregionen“ in Deutschland zu machen.

Höcke warf Voigt danach eine mehrstündige Propaganda-Veranstaltung vor. Er forderte den Regierungschef wie bereits bei anderen Gelegenheiten auf, von seinem Amt zurückzutreten. Das Verständnis von Voigt, „Politik als Dienstleistung zu begreifen“, sei an ihr Ende gekommen. Der AfD-Abgeordnete Daniel Haseloff, nannte den Thüringen-Plan, in dem die Regierung ihre Projekte 2026 zusammengefasst hat, ein „Dokument des Versagens“.

Voigt erwiderte in Richtung Höcke: „Am Ende sind Sie eben doch ein nationaler Sozialist.“ Das Blockieren von staatlichen Institutionen, die dem Gemeinwohl zu dienen hätten, sei Kern der AfD-Strategie. „Sie stehen für einen Weg der Angst.“

Zu den AfD-Ängsten gehöre, dass die Landesregierung mit ihren Projekten erfolgreich sein könne. Auch der Fraktionsvorsitzende der Linken, Christian Schaft, warf Höcke vor, mit Untergangsszenarien punkten zu wollen. „Sie wollen den Staat für eigene Zwecke missbrauchen.“

Voigt: „Ausländer raus wird es hier nicht geben“

Um Thüringens wirtschaftlich voranzubringen, sollen nach Angaben von Voigt in diesem Jahr bürokratische Hürden weiter gesenkt, Förderprogramme neu sortiert, das Energiegesetz des Landes überarbeitet und ein Fonds aufgelegt werden, mit dem der Strukturwandel sowie Innovationen unterstützt werden.

Zudem solle durch Verbesserungen im Bildungssystem sowie eine kostenlose Meisterausbildung der Fachkräftebedarf besser bedient werden. Eine Kostenübernahme oder eine vollständige staatliche Förderung für die Meisterausbildung gibt es bereits in Bayern und Hessen.

Laut Voigt werden bis 2035 insgesamt fast 140.000 Menschen mehr aus dem Berufsleben ausscheiden als junge Leute nachrücken. Thüringen sei darauf angewiesen, „dass Menschen, egal wo sie herkommen, mittun“, so Voigt. „Das dumpfe ‚Ausländer raus‘ wird es hier nicht geben.“

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