Lange sah es laut den Umfrageergebnissen nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen in Rheinland-Pfalz aus. Mit Schließung der Wahllokale ist klar: Die CDU gewinnt voraussichtlich die Wahl mit 30,6 bis 30,7 Prozent deutlich. Die SPD erleidet mit 25,7 bis 25,8 Prozent eine historische Niederlage. In den Hochrechnungen vergrößerte sich der Abstand zwischen beiden Parteien zunehmend, die SPD sackte nach den ersten Prognosen weiter ab.

Die AfD gewinnt deutlich hinzu und erzielt laut Hochrechnungen ihr bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Westdeutschland mit rund 20 Prozent.

Die Grünen müssen leichte Verluste hinnehmen, kommen auf rund 8,0 Prozent. Die FDP rutscht unter die Fünf-Prozent-Hürde. Die Freien Wähler (rund 4 Prozent) und die Linkspartei (rund 4 Prozent) schaffen es wohl auch nicht in den Landtag.

Nach dem Rücktritt von Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Sommer 2024 stellte sich deren Nachfolger Alexander Schweitzer nun erstmals dem Votum der Bürger. Er führt eine Ampel-Regierung mit Grünen und FDP an. Seit 1991 regierte die SPD das Land allein oder mit wechselnden Koalitionspartnern. Mit deutlich unter 30 Prozent ist es das schlechteste Ergebnis der Sozialdemokraten bei einer Landtagswahl in Rheinland-Pfalz.

Schweitzers Herausforderer ist CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder. Er war angetreten, die CDU zum ersten Mal nach 35 Jahren wieder in die Staatskanzlei zu führen – offenbar mit Erfolg. „Es wird ohne uns in diesem Land nicht mehr regiert“, sagte er nach Verkündung der ersten Ergebnisse.

Die Ampel-Regierung in Mainz ist abgewählt. Da alle Parteien eine Koalition mit der AfD ausschließen, läuft es wohl auf eine Große Koalition aus CDU und SPD hinaus. Schweitzer hat angekündigt, kein Ministeramt zu übernehmen, sollte seine Partei die Wahl verlieren.

„Die Stärke, die wir gezeigt haben, wird auch dazu führen, dass wir als geschlossene Sozialdemokratie jetzt auch eine starke Rolle spielen, wenn es darum geht, eine Regierung der demokratischen Mitte in Rheinland-Pfalz anzubieten“, sagte Schweitzer am Wahlabend. Die SPD in Rheinland-Pfalz könne stolz sein, auf das, was sie erreicht habe. „Wir spüren heute Abend Trends, die stark sind, und die ihre Ursache nicht in Rheinland-Pfalz haben“, sagte er – und verwies auf die Bundes-SPD.

AfD-Co-Chef Tino Chrupalla forderte die CDU ​auf, nach dem Wahlergebnis seiner Partei umzudenken. „Da muss sich die CDU überlegen, wie sie im Endeffekt jetzt auch wieder von ⁠der SPD natürlich vom Nasenring durch die Manege gezogen wird“, sagte er im ZDF. „Sie muss erklären, wie sie überhaupt noch konservative bürgerliche Politik betreiben will.“

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