Sicherheitsexperte: Irankrieg könnte schnell vorbei sein
Der Irankrieg könnte schneller vorbei sein als gedacht. Das glaubt der Sicherheitsexperte Christian Mölling. US-Präsident Donald Trump könnte den Konflikt aus innenpolitischen Gründen jederzeit für beendet erklären, sagte der Politologe vom Brüsseler Thinktank European Policy Centre in der jüngsten Folge des stern-Podcasts „Die Lage – International“.
">Trump sei in seinem Verhalten „stabil instabil“, so Mölling. „Er bleibt bei dem bekannten Muster, heute dies zu sagen, morgen das zu sagen.“ Dass er sich damit selbst regelmäßig widerspreche, störe den amerikanischen Präsidenten erkennbar nicht.
Dieses Motiv ist für Trump entscheidend
Entscheidend ist für Trump nach Ansicht des Politologen einzig und allein die innenpolitische Lage. Sollte angesichts der bevorstehenden Kongress-Wahlen im November der Druck auf Trump steigen, könnte dieser den Krieg auch kurzfristig für erfolgreich beendet erklären. „Trump kann jederzeit sagen: I declare victory and go home“, sagte Mölling. Die US-Regierung würde dann einfach vorgeben, ihre Kriegsziele erreicht zu haben.
In diesem Zusammenhang kritisierte Mölling Äußerungen von Bundesaußenminister Johann Wadephul. Dieser hatte dem kürzlichen Statement von Donald Trump, der Krieg könne schon bald beendet sein, widersprochen. „Wir müssen uns insgesamt noch auf eine gewisse Zeit einrichten, dass es weitergeht“, sagte Wadephul in der ARD.
Äußerung von Wadephul nicht „hilfreich“
Dies sei „kein hilfreicher Diskussionsbeitrag“, sagte Mölling. Denn es sei unklar, was Wadephul mit seiner Äußerung bezwecke. „Wie stellen wir uns dann jetzt darauf ein? Indem wir uns Benzinkanister in den Keller stellen? Oder was ist jetzt eigentlich der Hinweis des Auswärtigen Amtes in dem Zusammenhang?“
Können die Iraner das Regime stürzen?
Ein anderes kursierendes Szenario, das iranische Regime könnte durch Widerstand im Inland in Form von neuen Massenprotesten gestürzt werden, hält Mölling für unwahrscheinlich. Die Sicherheitsbehörden hätten aus früheren Protestbewegungen gelernt und würden mögliche Aufstände frühzeitig und hart unterdrücken. „Sie werden jede Ansammlung, die auch nur ein Element von Protest bedeuten könnte, genauso behandeln wie der Polizeichef es gesagt hat: Sie werden die Leute erschießen“, sagte Mölling.
Trump hatte bereits kurz nach Beginn des amerikanischen Militärschlags gegen den Iran die iranische Bevölkerung aufgefordert, „zu übernehmen“ und das Regime zu stürzen.
Die iranischen Sicherheitsbehörden hatten darauf mit massiven Warnungen reagiert. Irans oberster Polizeichef Ahmadreza Radan sagte, jeder Demonstrant würde wie ein Feind behandelt, seine Männer hätten „ihre Finger am Abzug“.
Das iranische System sei über Jahrzehnte darauf ausgerichtet worden, gesellschaftlichen Druck mit Gewalt zu kontrollieren, sagte Mölling. Daher sei es für eine Oppositionsbewegung äußerst schwierig, einen Umsturz herbeizuführen.
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