Nach den israelisch-amerikanischen Angriffen auf den Iran und den anschließenden iranischen Raketenangriffen auf Israel und US-Stützpunkte in der Golfregion fallen die internationalen Reaktionen unterschiedlich aus:

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Russland verurteilte die Angriffe scharf. Das Außenministerium in Moskau sprach von „verantwortungslosen Handlungen“ und forderte eine sofortige Rückkehr zu einer politischen und diplomatischen Lösung. Washington und Tel Aviv hätten „wieder einmal ein gefährliches Abenteuer gestartet, das die Region schnell an den Rand einer humanitären, wirtschaftlichen und – das kann nicht ausgeschlossen werden – radiologischen Katastrophe bringt“. Die „Absichten der Aggressoren“ seien eindeutig: „Die verfassungsmäßige Ordnung und die Regierung eines Landes zu zerstören, das für sie unerwünscht ist und das sich weigert, sich ihrem Diktat der Gewalt und des Hegemonismus zu unterwerfen.“ Ex-Präsident Dmitri Medwedjew erklärte mit Blick auf US-Präsident Donald Trump: „Der Friedensstifter hat einmal mehr sein wahres Gesicht gezeigt.“ All die Gespräche mit dem Iran seien „nur ein Deckmantel“ gewesen.

Besondere Sorge bereite die Serie destabilisierender Schläge, die die USA in den vergangenen Monaten gegen die Grundlagen der Weltordnung geführt hätten. Russland sei weiterhin bereit, bei der Suche nach friedlichen Lösungen auf Basis des Völkerrechts zu vermitteln.

Frankreich, Deutschland und Großbritannien verurteilten in einer gemeinsamen Erklärung die iranischen Angriffe auf Staaten in der Region scharf. Die drei Regierungen fordern Teheran auf, sofort von willkürlichen militärischen Aktionen abzusehen und umgehend zu diplomatischen Gesprächen zurückzukehren, heißt es in der gemeinsamen Erklärung von Präsident Emmanuel Macron, Bundeskanzler Friedrich Merz und Premierminister Keir Starmer.

Frankreichs Präsident Macron warnte zuvor vor schweren Konsequenzen eines Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran für den Frieden und die internationale Sicherheit. Die aktuelle Eskalation sei für alle gefährlich und müsse gestoppt werden. Frankreich stehe bereit, auf Anfrage die notwendigen Mittel zum Schutz seiner engsten Partner bereitzustellen.

Macron fordert angesichts der Angriffe auf den Iran eine Dringlichkeitssitzung des ​UN-Sicherheitsrats. Das iranische Regime habe nun keine andere Wahl mehr, als ernsthafte Verhandlungen über sein Atom- und Raketenprogramm sowie seine destabilisierende Rolle in der Region aufzunehmen, schreibt Macron auf der Plattform X.

London will keine weitere Eskalation

Die britische Regierung warnte vor einer weiteren Eskalation. Premierminister Starmer berief eine Sitzung des nationalen Krisenstabs Cobra ein. London wolle „keine weitere Eskalation zu einem weiteren regionalen Konflikt sehen“, zitierte die Nachrichtenagentur PA einen Regierungssprecher. Iran dürfe niemals Atomwaffen entwickeln, man habe daher stets Bemühungen um eine Verhandlungslösung unterstützt. Aus Regierungskreisen verlautet zudem, Großbritannien habe sich nicht an den Militärschlägen beteiligt.

Die Bundesregierung wurde nach eigenen Angaben vorab über die israelischen Militärangriffe auf den Iran informiert worden. Außenminister Johann Wadephul sei als erster ausländischer Minister von Israel über den bevorstehenden Militäreinsatz in Kenntnis gesetzt worden. Deutschland stehe in engem Kontakt mit seinen europäischen Partnern.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Antonio Costa riefen alle Beteiligten zur maximalen Zurückhaltung auf. Die Entwicklungen seien äußerst besorgniserregend. Alle Parteien müssten Zivilisten schützen und das Völkerrecht achten. Die EU werde alle nötigen Schritte unternehmen, um ihre Bürger in der Region zu unterstützen.

China zeigt sich „zutiefst besorgt“ über die militärischen Angriffe der USA und Israels auf den Iran. Das Außenministerium in Peking fordert einen sofortigen Stopp der Militäroperationen. Die nationale Souveränität, Sicherheit und territoriale Integrität des Iran müssten respektiert werden. Alle Seiten seien aufgerufen, eine weitere Eskalation zu vermeiden und zum Dialog zurückzukehren.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez verurteilte die Militäraktion der USA und Israels. Der einseitige Angriff stelle eine Eskalation dar und trage zu einer unsichereren und feindseligeren internationalen Ordnung bei.

Norwegen bezeichnete die israelischen Luftangriffe als völkerrechtswidrig. Ein Präventivschlag setze das Vorliegen einer unmittelbaren Bedrohung voraus, „was jedoch nicht dem Völkerrecht entspricht“, erklärte Außenminister Espen Barth Eide. Er rief alle Parteien dazu auf, Zurückhaltung zu üben und diplomatische Lösungen nicht aufzugeben.

Der omanische Außenminister kritisierte die Angriffe deutlich. „Ich bin bestürzt. Aktive und ernste Verhandlungen wurden erneut untergraben“, schrieb Badr al-Bussaidi auf X. Der Oman hatte eine wichtige Rolle gespielt als Gastgeber bei den Gesprächen zwischen Washington und Teheran. Al-Bussaidi hatte sich noch vor wenigen Tagen optimistisch gezeigt. Die Angriffe seien weder im Interesse der USA noch dienten sie dem Frieden in der Welt, so der Minister des Golfstaats weiter. Er rufe die Vereinigten Staaten dazu auf, das Land nicht weiter mit in den Konflikt hineinzuziehen. „Das ist nicht unser Krieg.“

Ebenso möchte der Libanon nicht in den Konflikt gezogen werden. „Ich wiederhole, dass wir nicht akzeptieren werden, dass jemand das Land in Abenteuer hineinzieht, welche seine Sicherheit und Einheit gefährden“, erklärte Regierungschef Nawaf Salam. Angesichts der „ernsten Entwicklungen in der Region“ rief Salam sein Volk dazu auf, „mit Weisheit und Patriotismus zu handeln und die Interessen des Libanon und des libanesischen Volkes über alle anderen Erwägungen zu stellen“. Behörden befürchten, dass die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon sich in den Konflikt einschalten könnte. Unmittelbar vor Beginn der israelischen Angriffe auf den Iran hatte Israel nach eigenen Angaben Angriffe auf Einrichtungen der Hisbollah im Libanon ausgeführt.

Kanadas Premierminister Mark Carney stellte sich nach den Angriffen auf den Iran an die Seite der USA und Israels. Kanada unterstütze die Vereinigten Staaten dabei, zu verhindern, dass der Iran eine Atomwaffe erlange und weiterhin „den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit“ bedrohe. Der Iran sei die „Hauptquelle von Instabilität und Terror im gesamten Nahen Osten“. Israel habe das Recht, sich zu verteidigen und die Sicherheit seiner Bevölkerung zu gewährleisten. Zugleich stehe Kanada an der Seite des iranischen Volkes „in seinem langen und mutigen Kampf gegen das repressive Regime“.

Pakistans Außenminister Ishaq Dar verurteilt die „ungerechtfertigten“ Angriffe auf den Iran scharf. Das teilte das pakistanische Außenministerium nach einem Telefonat mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi auf der Plattform X mit.

Die Ukraine betonte nach den Angriffen ihre Unterstützung für das iranische Volk. Die iranische Führung habe Möglichkeiten für Diplomatie ignoriert. Ursache der aktuellen Ereignisse seien „Gewalt und Willkür der iranischen Führung“, insbesondere Tötungen und Repressionen gegen friedliche Demonstranten.

Der Iran drohte unterdessen mit einer entschlossenen Reaktion auf Israels Angriffe. „Wir werden Israel und den USA eine Lektion erteilen, wie sie sie in ihrer Geschichte noch nicht erlebt haben“, zitierte der staatliche Rundfunk den Sprecher des Generalstabs. Außenamtssprecher Ismail Baghai sprach von einem „offenkundigen Verbrechen“ und forderte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats.

Israel und die USA hatten am Morgen mit Angriffen aus der Luft und von See auf den Iran begonnen. US-Präsident Donald Trump begründete dies mit dem angeblichen Streben Teherans nach Langstreckenraketen und Atomwaffen. Der Iran reagierte mit Raketenangriffen auf US-Stützpunkte in den arabischen Golfstaaten.

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