So begründet Trump den Angriff auf den Iran
Israel und die USA haben am frühen Morgen koordinierte Luft- und Raketenangriffe gegen Ziele im Iran gestartet. Teheran reagiert mit Angriffen auf mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion. Israel nennt seine Operation „Brüllen des Löwen“, die USA sprechen vom „Einsatz gewaltiger Zorn“.
Explosionen wurden außer in der Millionenmetropole Teheran unter anderem aus Ghom, Lorestan, Kermanschah, Karadsch und Tabris gemeldet. Auch nahe der Kulturmetropole Isfahan gab es Explosionen. Dort befindet sich ein zentrales Nuklearzentrum, das bereits im Krieg im vergangenen Jahr Ziel von US-Bombardierungen wurde. Getroffen wurden Berichten zufolge Raketendepots, Luftverteidigungsanlagen und Ziele nahe Regierungsgebäuden.
Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA vier US-Militärstützpunkte in der Region attackiert. Unter den Zielen waren die Stützpunkte Al-Udeid in Katar, Al-Salem in Kuwait, der Luftwaffenstützpunkt Al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten und die US-Flotte in Bahrain, wie die Nachrichtenagentur Fars berichtete.
Israel spricht von „existenzieller Bedrohung“
Israels Ministerpräsident Netanjahu begründet die Angriffe auf Iran mit dem Schutz vor einer existenziellen Bedrohung durch Teheran. Gemeint sind damit Irans Atom- und Raketenprogramm. Es dürfe nicht zugelassen werden, „dass sich das mörderische Terrorregime mit Atomwaffen ausrüstet, die es ihm ermöglichen würden, die gesamte Menschheit zu bedrohen“, sagte Netanjahu weiter.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte am Morgen den Beginn eines „Präventivschlags“ gegen den Iran bekannt gegeben. Ziel des Einsatzes sei es, das „iranische terroristische Regime“ umfassend zu schwächen und „existenzielle Bedrohungen für den Staat Israel“ auszuschalten. Israels Armee sprach von Angriffen auf „dutzende militärische Ziele“. Die „New York Times“ berichtete, Israel lege den Schwerpunkt seiner Angriffe auf Raketenlagerstätten, Produktionsanlagen und Abschussvorrichtungen.
Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, es sei „an der Zeit“, dass die Menschen im Iran das „Joch der Tyrannei abschütteln“.
Donald Trump: „Ziel ist es, die amerikanische Bevölkerung zu verteidigen“
US-Präsident Donald Trump will nach eigenen Angaben Amerikanerinnen und Amerikaner verteidigen – vor einer Bedrohung durch die iranische Führung. „Unser Ziel ist es, die amerikanische Bevölkerung zu verteidigen, indem wir die unmittelbaren Bedrohungen durch das iranische Regime ausschalten, eine bösartige Gruppe von sehr harten, furchtbaren Menschen. Seine bedrohenden Aktivitäten gefährden direkt die Vereinigten Staaten, unsere Soldaten, unsere Stützpunkte im Ausland und unsere Verbündeten in aller Welt.“
Er zielte zudem in einer Videobotschaft auf das iranische Atomprogramm ab: „Sie dürfen nie eine Atomwaffe besitzen.“ Man habe wiederholt versucht, einen Deal abzuschließen.
„Aber der Iran hat das verweigert, wie er es schon seit Jahrzehnten getan hat. Sie haben jede Chance zurückgewiesen, auf ihre atomaren Ambitionen zu verzichten. Und wir können das nicht länger hinnehmen.“
„Stellen Sie sich nur vor, wie ermutigt dieses Regime wäre, wenn es jemals Atomwaffen hätte, um seine Botschaft zu verbreiten“, sagte Trump weiter. „Aus diesen Gründen unternimmt das US-Militär einen massiven und andauernden Einsatz, um diese sehr böse radikale Diktatur daran zu hindern, Amerika und unsere zentralen Interessen der nationalen Sicherheit zu bedrohen. Wir werden ihre Raketen zerstören und ihre Raketenindustrie dem Erdboden gleichmachen.“
Atomverhandlungen mit dem Iran: Trump drohte mit Militärschlägen
Die derzeitigen Verhandlungen in Genf über das iranische Atomprogramm brachten bislang keinen Durchbruch. Die USA haben in den vergangenen Wochen massiv Marine- und Luftstreitkräfte im Persischen Golf zusammengezogen. Trump hatte zwar erklärt, dass er eine diplomatische Lösung in dem Konflikt bevorzuge, aber auch mehrfach mit militärischen Schlägen gedroht, sollte keine Einigung gelingen. Den USA geht es auch um das iranische Raketenprogramm. Trump hatte Teheran ein Ultimatum bis Anfang März gestellt. Die Angriffe begannen am Morgen des 28. Februar.
Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb auf X, die Arbeitshypothese, die der Operation zugrunde liege, laute: Das iranische „Regime“ sei schwach und brüchig. Daher könne eine gezielte, schlagkräftige und breit angelegte israelisch-amerikanische Kampagne es erheblich untergraben und vielleicht sogar die Voraussetzungen für einen internen Wandel schaffen. Das zentrale Problem sei: Was passiert, wenn diese Annahme falsch ist?
Trump ermutigt Iraner zu Regimewechsel
Präsident Trump ermutigte die Iraner zu einem Wechsel an der Spitze Irans. „Die Stunde eurer Freiheit ist gekommen“, sagte er. „Das wird wahrscheinlich für Generationen eure einzige Chance sein.“ Er fügte hinzu: „Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung.“ Er forderte die Revolutionsgarden, Streitkräfte und auch die Polizei auf, ihre Waffen niederzulegen.
Iran-Experten sehen die Aussichten auf einen Sturz der iranischen Führung allerdings kritisch. Als Gründe führen sie an, dass die iranische Opposition nicht geeint sei und keine Risse in der Elite oder den Revolutionsgarden erkennbar seien.
Die USA und Israel hatten den Iran bereits im vergangenen Jahr angegriffen. Die USA bombardierten am 21. Juni drei wichtige iranische Atomanlagen. US-Präsident Trump zufolge wurden die Anlagen Fordo, Natans und Isfahan vollständig zerstört, der wirkliche Umfang der Schäden ist aber nicht klar. Nach zwölf Tagen endete der Krieg. Sowohl Israel als auch dessen Verbündeter USA warnten wiederholt, dass sie erneut zuschlagen würden, falls der Iran seine Atom- und Raketenprogramme fortsetzen sollte.
AFP · DPA · Reuters rw- Iran
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