Ischinger macht auf Macron und erntet mit Sonnenbrille Gelächter
Top-Diplomat Wolfgang Ischinger hat die 62. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) am Freitag mit einer Anspielung auf den französischen Präsidenten Emmanuel Macron eröffnet. „Lassen Sie mich versuchen, in einem etwas lockereren Ton zu beginnen“, sagte Ischinger in seiner Rede. „Ich finde, was vor ein paar Wochen in Davos passiert ist, muss nicht zwingend in Davos bleiben. Deswegen setze ich die hier für einen Moment auf.“ Er zog eine Sonnenbrille hervor und setzte sie sich auf die Nase. Aus dem Publikum erntete er dafür Gelächter und Applaus.
Macron hatte im Januar beim Weltwirtschaftsforum in Davos am Rednerpult eine Sonnenbrille getragen. Später erklärte er dies mit einer Augenentzündung. Viele Zeitungen hoben ein Foto des Präsidenten mit Pilotenbrille auf die Titelseite; der Online-Shop des Herstellers, einer französischen Marke namens Henry Jullien, war zeitweise wegen einer Flut von Anfragen nicht mehr erreichbar. US-Präsident Donald Trump spottete über die „schöne Sonnenbrille“ und fragte: „Was zum Teufel ist passiert?“
In München setzte sich Ischinger die Sonnenbrille nur kurz auf. Anschließend schlug er ernstere Töne an: „Diese Konferenz findet statt in einer Zeit, in der die Sorgen um die globale Sicherheit oder vielmehr ihre Unsicherheit immer weiter anwachsen“, sagte der Konferenzleiter. In der mehr als 60-jährigen Geschichte der MSC habe es „noch nie so viele fundamentale Herausforderungen und auch sehr blutige Kriege in Europa, um Europa und auch auf der ganzen Welt“ gegeben.
Die transatlantischen Beziehungen stünden „an einem Scheidepunkt“, sagte der MSC-Vorsitzende. Es sei daher gut, dass eine große US-Delegation, darunter dutzende Mitglieder des US-Kongresses, nach München gereist seien. „Die transatlantische Partnerschaft braucht ein stärkeres Europa“, sagte Ischinger. Europa könne nur bestehen, „wenn die europäischen Nationen zusammenhalten, und zwar stärker als in der Vergangenheit“.
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