Landesweite Warnstreiks im öffentlichen Dienst in Mitteldeutschland
Inhalt des Artikels:
- Wo in Sachsen die Arbeit ruht
- Warnstreiks auch in Sachsen-Anhalt
- Wo in Thüringen gestreikt wird
- Warum es die Warnstreiks gibt
Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen müssen sich am heutigen Dienstag auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Dienst einstellen. Denn die Gewerkschaften Verdi und die für Erziehung und Wissenschaft (GEW) haben die Beschäftigten der Länder zu landesweiten Warnstreiks aufgerufen.
Wo in Sachsen die Arbeit ruht
In Sachsen legten nach Angaben der Gewerkschaften am Morgen unter anderem Beschäftigte von Landesbehörden, Hochschulen und Studentenwerken zeitweise die Arbeit nieder. Betroffen waren Einrichtungen in den Landkreisen Meißen, Bautzen, Görlitz, im Erzgebirgskreis, in Mittelsachsen und im Vogtlandkreis sowie in den Städten Leipzig, Dresden und Chemnitz.
In mehreren Regionen kam es zu Einschränkungen, etwa an Universitäten und Hochschulen sowie in einzelnen Verwaltungen. In Leipzig versammelten sich laut Verdi gut 450 Streikende zu einer zentralen Kundgebung. Beteiligt waren unter anderem Beschäftigte von Hochschulen, Landeseinrichtungen und vom Universitätsklinikum Leipzig.
Auch in Dresden beteiligten sich Beschäftigte aus Hochschulen, Studentenwerken und Landesbehörden an dem Warnstreik. Nach Angaben der Gewerkschaft versammelten sich dort rund 100 Menschen zu einer zentralen Kundgebung. Viele Beschäftigte aus anderen Regionen Sachsens seien nicht angereist, sondern dem Streik durch Arbeitsniederlegung vor Ort nachgekommen.
Warnstreiks auch in Sachsen-Anhalt
Auch in Sachsen-Anhalt haben sich zahlreiche Beschäftigte des öffentlichen Dienstes an den Warnstreiks beteiligt. In Magdeburg versammelten sich nach GEW-Angaben etwa 1.000 Teilnehmer zu einer Kundgebung auf dem Domplatz. Sie forderten ein "verhandlungsfähiges Angebot" der Arbeitsgeberseite in der laufenden Tarifrunde für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder.
Beschäftigte des öffentlichen Dienstes bei einer Kundgebung in Magdeburg.Bildrechte: MDR/ Sören ThümlerIn Halle rief Verdi zu einem ganztägigen Warnstreik auf. An einer Demonstration in der Innenstadt beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben 300 Menschen, darunter Beschäftigte des Uniklinikums. Einem Sprecher zufolge waren OP-Säle geschlossen. Demnach beteiligten sich auch Hebammen und Erzieher an dem Warnstreik.
Die Gewerkschaften hatten zu Warnstreiks in Verwaltungen, an Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aufgerufen. Wie der Verdi-Bezirk Sachsen-Anhalt Süd mitteilte, sind davon die Landesverwaltung, die Martin-Luther-Universität, die Hochschule Merseburg, das Uniklinikum Halle und die Franckeschen Stiftungen betroffen.
Die GEW rief Lehrkräfte und Beschäftigte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Magdeburg, in den Altmarkkreisen Salzwedel und Stendal sowie in der Börde, im Jerichower Land, im Salzlandkreis, im Harz und im Kreis Anhalt-Bitterfeld zu den befristeten Ausständen auf.
Wo in Thüringen gestreikt wird
In Thüringen sind nach Gewerkschaftsangaben rund 1.000 Landesbeschäftigte in den Warnstreik getreten. Mit einer Demonstration und einer zentralen Kundgebung in Jena verliehen sie der Forderung unter anderem nach mehr Geld Nachdruck.
Neben Beschäftigten aus Schulen, Horten, Universitäten und Hochschulen sowie aus Kindergärten des Studierendenwerks traten erneut auch Mitarbeiter des Jenaer Universitätsklinikums in den Warnstreik. Die Versorgung von Notfällen und lebenswichtige Behandlungen seien jedoch gewährleistet, hieß es vom Universitätsklinikum.
In Jena versammelten sich Menschen zu einer Kundgebung.Bildrechte: MDR/Moritz MeißnerWarum es die Warnstreiks gibt
Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder. Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens aber 300 Euro im Monat. Bereits Ende Januar hatten beide Gewerkschaften mit Warnstreiks an Schulen und Hochschulen den Druck erhöht. Die Arbeitgeber in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) haben die Ausweitung der Arbeitsniederlegungen kritisiert und zuletzt auf bereits vorgelegte Eckpunkte für mögliche Entgelterhöhungen verwiesen. Die nächste Verhandlungsrunde darüber ist für den Mittwoch dieser Woche in Potsdam geplant.
dpa/MDR (dni, ksc)
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