Arbeiten wir zu wenig? Die Deutschen haben klare Meinung – Riesen-Unterschiede zwischen Jung und Alt
Die Union liegt in der Wählergunst einer neuen Umfrage zufolge knapp vor der AfD. Dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer zufolge käme die CDU/CSU bei einer Bundestagswahl unverändert auf 26 Prozent. Die AfD verliert einen Punkt und landet bei 24 Prozent. Das ist der schlechteste Wert in dieser Umfrage seit August vergangenen Jahres.
Die SPD bleibt bei 15 Prozent, auch die Linke verharrt bei 10 Prozent. Die Grünen (plus ein Prozentpunkt) verbessern sich um einen Prozentpunkt und kommen nun auf 13 Prozent. Das ist der beste Wert für die Partei in der Umfrage seit elf Monaten.
Die amtierende schwarz-rote Koalition hätte damit weiterhin keine parlamentarische Mehrheit.
Die Umfrage-Ergebnisse der Forschungsgruppe Wahlen im Überblick
- CDU/CSU: 26 Prozent (+/-0)
- AfD: 26 Prozent (-1)
- SPD: 15 Prozent (+/-0)
- Grüne: 13 Prozent (+1)
- Linke: 10 Prozent (+/-0)
- Sonstige: 12 Prozent (+/-0)
Arbeiten die Deutschen zu wenig?
In der innenpolitischen Debatte wiesen drei Viertel der Befragten den aus Teilen der Union erhobenen Vorwurf zurück, die Deutschen arbeiteten zu wenig. Nur 20 Prozent sagten, der Vorwurf treffe zu, 75 Prozent sind gegenteiliger Ansicht.
Wenn es jedoch um die Ankurbelung der Wirtschaft geht, sehen es 48 Prozent der Befragten als sehr wichtig oder wichtig an, dass in Deutschland insgesamt mehr gearbeitet wird, 49 Prozent halten das für weniger oder gar nicht wichtig.
Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Bei den 18-34-Jährigen sind nur 36 Prozent der Meinung, die Deutschen müssten mehr arbeiten, bei den 35-59-Jährigen teilten 38 Prozent diese Meinung. Bemerkenswert ist die Altersgruppe „60+“: Hier beantworten 61 Prozent der Befragten, ob in Deutschland insgesamt mehr gearbeitet werden müsse, mit Ja.
Den Zustand der Sozialversicherungen bewertet ein Großteil der Bürger kritisch. Für nur 9 Prozent ist da im Großen und Ganzen alles in Ordnung, für 57 Prozent gibt es hier größere Probleme und für 31 Prozent stehen die Sozialversicherungen kurz vor dem Zusammenbruch.
Die Lösung der Finanzierungsprobleme bei diesen Versicherungen sieht eine Mehrheit von 58 Prozent hauptsächlich im Einsatz von mehr Steuergeldern. 15 Prozent ziehen Leistungskürzungen vor, 6 Prozent der Befragten sehen Beitragserhöhungen als primäre Lösung.
Drei Viertel zweifeln an Lösungskompetenz
Die schwarz-rote Bundesregierung hat Reformkommissionen für die Renten-, Gesundheits- und Pflegeversicherung eingesetzt. Die Bürger haben allerdings Zweifel an der Lösungskompetenz der Regierung. Nur 25 Prozent gehen davon aus, dass Schwarz-Rot einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Probleme bei den Sozialversicherungen leisten wird, 73 Prozent zweifeln daran.
In der Außenpolitik bezweifelte eine große Mehrheit von 80 Prozent, dass der russische Präsident Wladimir Putin ernsthaftes Interesse an einer dauerhaften Waffenruhe in der Ukraine hat. Ein militärisches Eingreifen der USA im Iran fänden 61 Prozent der Befragten schlecht.
Für die Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen wurden vom 3. bis 5. Februar 1289 Wahlberechtigte befragt.
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