Wie der US-Journalist Nick Schifrin berichtet, hat US-Präsident Donald Trump einen Brief an den norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre adressiert, in dem er ankündigt, sich nach der Nichtvergabe des Friedensnobelpreises nicht mehr ausschließlich auf Frieden zu konzentrieren.

Wörtlich heißt es: „Lieber Jonas, da dein Land beschlossen hat, mir den Friedensnobelpreis dafür, dass ich acht Kriege PLUS beendet habe, nicht zu verleihen, fühle ich mich nicht mehr verpflichtet, ausschließlich an den Frieden zu denken, obwohl dieser immer im Vordergrund stehen wird und kann nun darüber nachdenken, was für die Vereinigten Staaten von Amerika gut und richtig ist.“

Zugleich bekräftigte Trump Nick Schifrin zufolge die US-Besitzansprüche auf Grönland. „Dänemark kann dieses Land nicht vor Russland oder China schützen, und warum haben sie überhaupt ein ‚Eigentumsrecht‘ daran? Es gibt keine schriftlichen Dokumente, es ist nur so, dass vor Hunderten von Jahren ein Boot dort gelandet ist, aber wir hatten auch Boote, die dort gelandet sind.“ Die Welt sei nicht sicher, „solange wir nicht die vollständige und totale Kontrolle über Grönland haben.“ US-Journalist Nick Schifrin berichtet, er habe den Text von „mehreren Offiziellen“ erhalten.

Die Nobelstiftung hatte am Sonntag auf X noch einmal bekräftigt hat, dass der Friedensnobelpreis nicht weitergegeben werden kann, auch nicht symbolisch. Auf X schrieb sie, eine ihrer Kernaufgaben sei es, „die Würde der Nobelpreise“ zu wahren. Die Stiftung halte sich an den Willen und die Bestimmungen von Alfred Nobel. Der Preis werde an diejenigen verliehen, der „der Menschheit den größten Nutzen gebracht“ habe. Donald Trump erwähnte die Stiftung nicht namentlich.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Steven Cheung, reagierte am Abend ebenfalls mit einem Tweet. Auf X schrieb er: „Anstatt zu versuchen, Politik zu betreiben, sollten sie [die Nobelpreisstiftung, Anmerkung der Red.] die beispiellosen Erfolge des Präsidenten hervorheben.“ US-Präsident Donald Trump habe mindestens acht Kriege beendet und verdiene den Friedensnobelpreis entsprechend, betonte er.

Den Friedensnobelpreis 2025 hat die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado erhalten. Machado hatte am Donnerstag ihre Goldmedaille für den Preis an Trump überreicht. Dieser bezeichnete den Akt als Geste des gegenseitigen Respekts. Auf ihrer Website reagierte die Nobelstiftung. Dort schrieb sie: „Der Nobelpreis und der Preisträger sind untrennbar miteinander verbunden.“

Ein Friedensnobelpreisträger oder eine Preisträgerin erhielten eine Goldmedaille und eine Urkunde als zentrale Symbole des Preises. Ferner werde das Preisgeld ausgezahlt. Aber: „Unabhängig davon, was mit der Medaille, der Urkunde oder dem Preisgeld geschieht, ist und bleibt der ursprüngliche Preisträger derjenige, der als Empfänger des Preises in die Geschichte eingeht“, betont das Institut. Auch wenn die Medaille oder die Urkunde später an eine andere Person übergeben werde, ändere dies nichts daran, wer den Friedensnobelpreis erhalten habe.

Auch frühere Nobelpreisträger gaben ihre Medaillen weiter

Die Oppositionelle Machado hatte ihre Auszeichnung bereits zuvor Trump gewidmet und angedeutet, ihm den Preis für seine Unterstützung des venezolanischen Volks weitergeben zu wollen. Trump sagt schon seit Monaten immer wieder, dass er den Friedensnobelpreis verdient hätte.

Es stehe den Preisträgern jedoch frei, Teile ihrer Auszeichnung zu behalten, wegzugeben, zu verkaufen oder auch zu spenden, erklärt das Nobelinstitut auf seiner Website. Dazu veröffentlichte das Nobelinstitut eine Liste von Nobelpreisträgern, die ihre Medaillen zu verschiedenen Zwecken weitergegeben hatten.

Darunter findet sich der russische Journalist und Friedensnobelpreisträger (2021) Dmitri Muratow, der seine Medaille verkaufte und den Erlös für ukrainische Flüchtlingskinder spendete. Ebenfalls listet das Institut den norwegischen Literaturnobelpreisträger Knut Hamsun (1920), der seine Medaille dem Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels zugeschickt hatte.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke