Machado überreicht Trump ihre Nobelpreis-Medaille – chaotische Szenen bei Auftritt
Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado hat ihre Nobelpreis-Goldmedaille nach eigenen Angaben US-Präsident Donald Trump überreicht. Sie äußerte sich nach dem Treffen der beiden in Washington nicht dazu, ob Trump ihr Geschenk angenommen habe. Etwas später berichtete dann der US-TV-Sender Fox News unter Berufung auf das Weiße Haus, der Präsident habe die Medaille akzeptiert.
Machado nannte ihre symbolische Geste eine Anerkennung für Trumps "einzigartiges Engagement für unsere Freiheit". Damit spielte sie auf die Gefangennahme des langjährigen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte Anfang Januar an.
Trump sagt schon seit Monaten immer wieder, dass er den Friedensnobelpreis verdient hätte. Vergangenes Jahr wurde aber Machado damit ausgezeichnet. Das Nobelpreis-Institut hatte vor Tagen klargestellt, dass ein Nobelpreis nicht weitergereicht werden könne.
Donald Trump: Machado fehlt nötige Unterstützung
Bereits Anfang Januar hatte Machado im US-Sender Fox News angekündigt, sie sei zur Weitergabe bereit. "Weil dies der Preis des venezolanischen Volkes ist, wollen wir ihn (Trump) natürlich überreichen und ihn mit ihm teilen", betonte sie.
"Das wäre eine große Ehre", reagierte Trump, der den Preis in seinem Onlinedienst Truth Social prompt falsch schrieb - "Noble", wie das englische Wort für edel.
Machado kämpft um ihre künftige Rolle in Venezuela, wo Trump Anfang des Jahres den autoritären Machthaber Nicolás Maduro und dessen Frau mit Militärgewalt in Gewahrsam nehmen und in die USA bringen ließ, wo ihnen Drogenschmuggel vorgeworfen wird. Machado verspricht sich von ihrem höchst ungewöhnlichen Schritt womöglich eine größere Rolle in ihrem Heimatland.
Nach der Gefangennahme Maduros durch US-Elitesoldaten Anfang Januar hatte Trump gesagt, Machado habe nicht die nötige Unterstützung, um Venezuela zu führen: "Sie ist eine sehr nette Frau, aber sie flößt keinen Respekt ein", urteilte Trump über die 58-Jährige. Die USA setzen aktuell auf Maduros Vizepräsidentin Delcy Rodríguez, die den Spitzenposten übernahm.
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, teilte noch während des Treffens mit, Trump bleibe bei seiner Einschätzung, dass Machado kurzfristig nicht die nötige Unterstützung habe, um das Land zu führen.
Machado im US-Kongress – chaotische Szenen bei Presseauftritt
Im US-Kongress traf Machado mit Senatoren der Republikaner und der Demokraten zusammen. Bei ihrem Presseauftritt vor dem Kapitol spielten sich chaotische Szenen ab. Viele Reporter drangen nicht zu der Nobelpreisträgerin durch, im Hintergrund skandierten Unterstützer Freiheitsparolen.
Machados rechtsliberale Partei Vente Venezuela hatte nach Angaben der Opposition die Präsidentschaftswahl 2024 gewonnen. Maduro rief sich allerdings zum Sieger aus, was die USA und zahlreiche weitere Staaten scharf kritisierten. Machado selbst durfte bei dem Urnengang nicht antreten.
Venezuelas aktuelle Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez war bis zu Maduros Gefangennahme Stellvertreterin des Linksnationalisten. Trump telefonierte vor der Begegnung mit Machado mit Rodríguez und nannte sie danach "fantastisch". "Wir kommen sehr gut mit Venezuela klar", sagte Trump weiter. In Onlinediensten gab er bekannt, es sei bei dem Telefonat um Erdöl, Mineralien, Handel und nationale Sicherheit gegangen. "Wir machen enorme Fortschritte", erklärte der US-Präsident.
Wie es in Venezuela weitergeht, ist unklar
Wie es in dem Land weitergeht, in dem eine Mehrheit der Menschen in Armut lebt, ist indes unklar. Von Neuwahlen oder demokratischen Reformen ist bisher keine Rede. Der US-Präsident hat überdies deutlich gemacht, dass es ihm vor allem um das Ausbeuten der riesigen Ölvorräte Venezuelas geht.
Die US-Regierung besiegelte am Donnerstag erstmals seit Maduros Absetzung einen Verkauf venezolanischen Öls. Das Geschäft hat einen Wert von 500 Millionen Dollar, der Käufer blieb ungenannt.
Welchen Anspruch Trump auf das südamerikanische Land mit fast 30 Millionen Einwohnern erhebt, verdeutlicht ein gefälschter Wikipedia-Eintrag, den er zuletzt in Onlinemedien teilte. Darin wird er als "amtierender Präsident" Venezuelas bezeichnet.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mehrfach aktualisiert und um aktuelle Informationen ergänzt.
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