Windrad-Ausbau legt kräftig zu – Sachsen und Thüringen hinken hinterher
- Ausbau der Windkraft kommt deutlich voran – Branche: 2025 war zweitbestes Jahr.
- Nur je 13 neue Windräder in Sachsen und Thüringen – Sachsen-Anhalt bleibt mitteldeutscher Vorreiter.
- Gesetzliches Ziel für 2026 könnte verfehlt werden.
Der Ausbau von Windrädern an Land in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr deutlich beschleunigt. Nach Angaben von Branchenverbänden wuchs die neu installierte Windenergieleistung gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 Prozent. Neu in Betrieb gingen demnach 958 Windräder mit einer Leistung von insgesamt rund 5,2 Gigawatt. Der Bundesverband Windenergie und der Verband VDMA Power Systems teilten mit, 2025 sei das zweitbeste Jahr beim Ausbau der Windenergie gewesen.
Sachsen und Thüringen teilen sich vorletzten Platz
In den mitteldeutschen Ländern fällt das Ergebnis allerdings differenzierter aus. So hinken Sachsen und Thüringen bei der Inbetriebnahme neuer Windräder weiter hinterher. In beiden Ländern gingen 2025 den Angaben zufolge nur 13 neue Anlagen ans Netz, damit rangieren sie unter den Flächenländern auf dem vorletzten Platz. Einzig im Saarland wurden noch weniger Windräder gebaut. In Sachsen-Anhalt, seit vielen Jahren der mitteldeutsche Vorreiter beim Ausbau der Windkraft, wurden hingegen 56 neue Anlagen errichtet. Damit befindet sich das Land bundesweit im Mittelfeld.
Gleichwohl kommt der Ausbau der Windkraft auch in Sachsen und Thüringen etwas voran – wenn man den Zuwachs von 2024 als Vergleichswert zugrunde legt. So hat sich in Sachsen der Wert der neu in Betrieb genommenen Leistung um rund 170 Prozent erhöht, in Thüringen um rund 105 Prozent. Das heißt: In beiden Ländern wurde die Windkraft im vergangenen Jahr deutlich stärker ausgebaut als noch 2024, auch wenn das Niveau insgesamt niedrig bleibt.
Ein Teil der neuen Leistung entfiel in allen drei Ländern auf das sogenannte Repowering, bei dem ältere Anlagen durch leistungsfähigere ersetzt werden. Auch beim Repowering ist Sachsen-Anhalt führend unter den mitteldeutschen Ländern. Zudem wurden in Mitteldeutschland insgesamt 69 alte Anlagen stillgelegt, bundesweit waren es 456.
Im Vergleich der Flächenländer gingen die meisten neuen Windräder in Nordrhein-Westfalen ans Netz, gefolgt von Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Insgesamt stieg der Anlagenbestand bis Jahresende auf rund 29.000.
Windkraft spielt zentrale Rolle bei der Energiewende
Neben Solarenergie spielt die Windkraft eine zentrale Rolle bei der Energiewende, also dem schrittweisen Abschied aus fossilen Energien. Allerdings drohen gesetzliche Ziele verfehlt zu werden. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz sieht für 2026 eine installierte Leistung von 84 Gigawatt vor. Ende 2025 umfasste die in Windenergieanlagen installierte Gesamtleistung den Verbänden zufolge nur rund 68 Gigawatt, für dieses Jahr erwarten die Verbände einen Zubau von lediglich 8 bis 8,5 Gigawatt.
Branche fordert Verlässlichkeit von Politik
Der Geschäftsführer von VDMA Power Systems, Dennis Rendschmidt, sagte, Windenergie gewinne stetig weiter an Bedeutung im deutschen Energiesystem. Er forderte zugleich Verlässlichkeit von der Politik für den weiteren Ausbau der Windkraft. Das zielt auf Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche: Die CDU-Politikerin hatte angekündigt, Kosten der Energiewende senken zu wollen. Sie will unter anderem, dass sich Betreiber von Ökostrom-Anlagen künftig an der Finanzierung des Stromnetzausbaus beteiligen sollen.
Die Präsidentin des Bundesverbands Windenergie, Bärbel Heidebroek, sagte, die Windbranche habe ihre Hausaufgaben gemacht. Der Netzausbau aber hinke hinterher. Es wäre aber nun der falsche Weg, den Ausbau anzupassen. Reiche hatte von einem "bedarfsgerechten" Netzausbau gesprochen. Heidebroek sagte weiter, der Netzzugang für neue Projekte werde immer schwieriger. Es gebe lange Wartezeiten und eine geringe Verfügbarkeit von Anschlüssen.
dpa(mze)
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