„Deutschland als best friend Amerikas in Europa“ – AfD über mögliche US-Annexion
Die AfD-Fraktion im Bundestag sieht mit Blick auf die aus den USA geäußerten Gebietsansprüche auf Grönland keine Eskalationsgefahr. „Aus unserer Sicht wird da gar nichts anbrennen, auch wenn in der Diskussion mal ein bisschen rustikal irgendwie vorgegangen wird“, sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Bernd Baumann, vor Journalisten in Berlin.
„Unsere Antwort ist: Das ist eine Frage der Grönländer, die das zu entscheiden haben.“ Mitzureden habe auch Dänemark. Das werde zwischen Grönland, Dänemark und den USA jetzt seinen Verhandlungsgang gehen, sagte er weiter. Bei Grönland gehe es nicht nur um Rohstoffe, es handele sich um einen in der Geopolitik ganz wichtigen Ort, fügte er hinzu.
Aktive Äußerungen zur US-Militäraktion in Venezuela und zu Grönland waren aus der AfD bisher eher rar. Partei-Chefin Alice Weidel hatte auf Anfrage von WELT AM SONNTAG beim Thema Grönland für Gelassenheit plädiert. Mit weiterer rhetorischer Eskalation sei niemandem gedient. Danach gefragt, wie eine AfD-geführte Bundesregierung auf den US-Kurs reagieren würde, sagte sie: „Das ist zunächst eine Angelegenheit zwischen Dänemark und den USA.“
Der verteidigungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion und ehemalige Bundeswehroffizier, Rüdiger Lucassen, sagte dem Nachrichtenportal „T-Online“, die territoriale Zugehörigkeit Grönlands sei von nachrangiger, die Handlungsfähigkeit der Nato jedoch von elementarer Bedeutung. Der Dissens um Grönland dürfe nicht zu einem Bruch des Verteidigungsbündnisses führen.
Der Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah sieht in dem Konflikt eine günstige Gelegenheit für Deutschland. „Wir haben jetzt eine einmalige Chance: Deutschland als best friend Amerikas in Europa“, sagte Krah. „Raushalten“ solle sich die Bundesregierung aus dem Konflikt und sich stattdessen umgehend als erster Ansprechpartner der USA in Europa „bewerben“.
AfD-Politiker hatten sich in den vergangenen Monaten durch Reisen in die USA besonders um gute Beziehungen und Verbindungen zu den Republikanern Donald Trumps bemüht. Seine Bewegung „Make America Great Again“ (MAGA) und die AfD stehen sich inhaltlich in der Migrations- und Gesellschaftspolitik nahe und sehen sich beide im Kampf gegen eine aus ihrer Sicht linke Meinungshoheit in westlichen Demokratien. Trumps Vize Vance traf sich im vergangenen Jahr demonstrativ mit Weidel. Diese bezeichnete Trump wegen dessen Eintreten für nationale Interessen auch als Vorbild.
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