Er klaute Pelosis Pult: Kapitolstürmer geht in die Politik
Als am 6. Januar 2021 Anhänger von Donald Trump nach dessen Wahlniederlage das Kapitol stürmten, war Adam Johnson ganz vorn mit dabei. Der US-Amerikaner wurde sogar zu einer der Symbolfiguren der Ereignisse des Tages, als Senat und Kongress die Wahl von Joe Biden zum US-Präsidenten bestätigen sollten.
Johnson gehörte zu jenen Kapitolstürmern, die bis in die Büros der Abgeordneten und den Plenarsaal vordrangen. Er stahl das Rednerpult von Nancy Pelosi, der Sprecherin des Repräsentantenhauses, posierte damit für Fotos und hielt mitten in dem Chaos sogar eine Rede. Bilder von Johnson gingen um die Welt, er wurde als "Pult-Typ" in den sozialen Medien zum Meme.
75 Tage Gefängnis nach Kapitolsturm
Jetzt strebt Johnson eine politische Karriere an – zumindest auf lokaler Ebene. Der 41-Jährige kandidiert in Florida im County Manatee für einen Sitz in der County Commission, vergleichbar in Deutschland mit dem Kreistag. Johnson tritt für die republikanische Partei von Präsident Donald Trump an.
Für seine Beteiligung an dem Kapitolsturm wurde er 2022 zu 75 Tagen Gefängnis verurteilt. Außerdem musste er 5000 US-Dollar Strafe bezahlen und 200 Sozialstunden ableisten. Donald Trump begnadigte ihn formal unmittelbar nach dem Antritt seiner zweiten Amtszeit als US-Präsident, so wie die meisten anderen Kapitolstürmer auch.
Vor Gericht zeigte sich Johnson zumindest in Ansätzen reumütig, nannte seine Taten "eine sehr dumme Idee". Doch davon ist mittlerweile wenig zu hören. Seine Kandidatur verkündete er am 6. Januar – genau fünf Jahre nach dem historischen Sturm auf das Kapitol. Das sei "kein Zufall", bestätigte Johnson dem lokalen Fernsehsender WWSB: "Das ist definitiv gut, um Aufmerksamkeit zu erregen, es ist also kostenloses Marketing."
Am 6. Januar 2021 habe er seine verfassungsmäßigen Rechte ausgeübt, sagte er. An Aktionen wie dem Kapitolsturm würde er nach eigener Aussage aber "nicht mehr auf diese Art und Weise" teilnehmen.
Quellen: WWSB, "Washington Post"
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