US-Präsident Donald Trump hat bei einem Treffen mit Spitzenmanagern der Ölindustrie für Investitionen in Venezuela geworben. Bei dem Treffen am Freitag (Ortszeit) sagte Trump, die Konzerne sollten nicht zögern und schnell in den Ölsektor des Landes investieren. „Sie haben absolute Sicherheit“, sagte Trump zu den Vertretern der Ölkonzerne. „Sie verhandeln direkt mit uns und haben überhaupt nichts mit Venezuela zu tun. Wir wollen nicht, dass Sie mit Venezuela verhandeln.“

Zuvor hatte Trump in den sozialen Medien angekündigt, dass die US-Konzerne mindestens 100 Milliarden US-Dollar in die venezolanische Ölindustrie investieren wollten. Die USA wollten diese Investitionen absichern. Der Präsident sagte, Sicherheitsgarantien würden dadurch gewährleistet, dass man mit den venezolanischen Führungskräften und deren Bevölkerung zusammenarbeite, anstatt US-Truppen einzusetzen.

Seit dem US-Angriff zur Gefangennahme des früheren venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro am vergangenen Samstag hat Trump den Militäreinsatz als neue wirtschaftliche Chance für die USA dargestellt. Er ließ Tanker mit venezolanischem Öl beschlagnahmen und erklärte, die USA übernähmen den Verkauf von 30 bis 50 Millionen Barrel zuvor sanktionierten venezolanischen Öls. Die USA wollten den Verkauf des venezolanischen Öls auf unbestimmte Zeit kontrollieren, kündigte Trump weiter an.

Zu den laut dem Weißen Haus insgesamt 17 teilnehmenden Unternehmen gehörten Chevron, das weiterhin in Venezuela aktiv ist, sowie ExxonMobil und ConocoPhillips. Beide Unternehmen unterhielten Ölprojekte in Venezuela, die im Zuge der Verstaatlichung privater Unternehmen unter Maduros Vorgänger Hugo Chávez im Jahr 2007 verloren gingen. Weitere angekündigte Teilnehmer waren Halliburton, Valero, Marathon, Shell, das in Singapur ansässige Unternehmen Trafigura, das italienische Unternehmen Eni und der spanische Repsol-Konzern.

Bisher hatten die US-Ölkonzerne zwar Interesse bekundet, sich aber weitgehend gescheut, Investitionen in Venezuela zu bestätigen. Wenn man sich die kommerziellen Strukturen und Rahmenbedingungen in Venezuela ansehe, sei es nach derzeitigem Stand nicht möglich, zu investieren, sagte etwa Darren Woods, CEO von ExxonMobil, dem größten US-Ölkonzern.

Woods sagte, sein Unternehmen werde ein Team nach Venezuela schicken, um die Lage zu prüfen, wies jedoch darauf hin, dass seine Vermögenswerte dort in der Vergangenheit bereits zweimal beschlagnahmt worden seien. „An diesen kommerziellen Strukturen und dem Rechtssystem müssen bedeutende Änderungen vorgenommen werden, es muss dauerhafte Investitionssicherheit geben, und die Gesetze für Kohlenwasserstoffe im Land müssen geändert werden“, sagte der Manager.

Die Ölproduktion Venezuelas ist auf unter eine Million Barrel pro Tag gefallen. Trump äußerte jedoch Zuversicht, dass die Ölindustrie bereit sei, den Schritt zu wagen. „Wissen Sie, das sind keine Babys“, sagte Trump über die bei dem Treffen anwesenden Manager. „Das sind Leute, die Öl an ziemlich rauen Orten fördern. Ich kann sagen, dass ein paar dieser Orte Venezuela wie ein Picknick erscheinen lassen.“

Nach dem Treffen sagte Energieminister Chris Wright, die Unternehmen hätten „enormes Interesse“ gezeigt, und fügte hinzu, dass Chevron ein konkretes Versprechen abgegeben habe. Wright erklärte, es könnte acht bis zwölf Jahre dauern, bis die tägliche Produktion in Venezuela auf drei Millionen Barrel steige.

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