Im vergangenen Jahr erreichte die Zahl der Exekutionen im Iran einen neuen Höchstwert. Auch im neuen Jahr werden Menschen hingerichtet – jetzt eine Person mit Kontakt nach Israel.

Der Iran hat abermals einen mutmaßlichen Spion für den israelischen Geheimdienst hingerichtet. Nach Angaben des Justizportals Misan wurde das Todesurteil heute Morgen vollstreckt. Er sei vom Mossad im Netz angeworben worden und habe Informationen im Iran gesammelt, hieß es in dem Bericht. Demnach übermittelte er auch Fotos und Videos an den Erzfeind der iranischen Staatsführung. Wo er hingerichtet wurde, war zunächst unklar.

Israel hatte im Juni zwölf Tage lang Krieg gegen den Iran geführt und gemeinsam mit den USA zentrale Atomanlagen bombardiert. Irans Justiz klagte nach dem Krieg viele Männer wegen mutmaßlicher Spionage für Israel an oder verurteilte sie bereits zum Tode. Mindestens zehn Menschen wurden in diesem Zusammenhang bereits exekutiert. Der Grundkonflikt der Erzfeinde besteht trotz Waffenruhe fort – eine diplomatische Lösung ist nicht in Sicht.

Schnellverfahren im Iran

Unterdessen kündigt Irans Justiz Prozesse im Schnellverfahren an. Diese stünden im Zusammenhang mit den anhaltenden Protesten. "Zur schnellen, genauen und umfassenden Bearbeitung der Verfahren der Elemente der Unruhen wurden besondere Kammern unter Mitwirkung erfahrener Richter eingerichtet", sagte Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi laut dem Justizportal Misan.

Der Justizchef erklärte weiter, dass seine Behörden angewiesen worden seien, bei Bedarf vor Ort präsent zu sein. Justizbeamte sollen sich über die Demonstrationen informieren und die Proteste aus nächster Nähe beobachten.

Zahl der Hinrichtungen erreichte 2025 neuen Rekord

Ähnliche Schnellverfahren hatte die Justiz bereits nach dem Krieg gegen Israel vor gut einem halben Jahr angeordnet, um mutmaßliche Kollaborateure mit dem Erzfeind schneller zu verurteilen. Bei den großen Protestwellen der vergangenen Jahre war dies ebenfalls ein übliches Vorgehen.

Die aktuellen Proteste, ausgelöst zunächst durch die massive Wirtschaftskrise, sind die schwersten seit drei Jahren. Im Herbst 2022 waren Menschenmassen unter dem Motto "Frau, Leben, Freiheit" auf die Straße gegangen. Im Zusammenhang mit den Aufständen ließ die Justiz danach mindestens 12 Menschen hinrichten.

Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Langem den massiven Einsatz der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen vor allem als Mittel der Einschüchterung zu nutzen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Menschenrechtsnetzwerks mehr als 2000 Menschen hingerichtet – so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Andere iranische Aktivisten beziffern die Zahl der Hinrichtungen im Jahr 2025 auf mehr als 1500.

DPA cl
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