Hinter der Trump-Invasion in Venezuela "steckt ein größerer Plan der USA"
Die genauen Absichten hinter der US-Intervention in Venezuela liegen nach Ansicht des Sicherheitsexperten Christian Mölling noch teils im Dunkeln. Trotzdem werde eine zentrale Lehre des von US-Präsident Donald Trump befohlenen Militärschlags gegen Machthaber Nicolás Maduro schon jetzt deutlich: "Das war keine Wildwestaktion, bei der die USA gewissermaßen wild um sich geschossen haben. Dahinter steckt ein größer angelegter Plan – für Venezuela und auch für andere Fälle", sagt Mölling, Senior Advisor beim Brüsseler Thinktank "European Policy Center", in einer Spezialausgabe des stern-Podcasts "Die Lage – International" zur globalen Situation nach dem Maduro-Sturz.
Gerade Europa muss sich nach Möllings Ansicht darauf einstellen, schon bald auf ähnliche Weise von Trump herausgefordert zu werden – mit schwerwiegenden Konsequenzen für den Zusammenhalt in der EU wie in der Nato. "Grönland hatte Trump schon in seiner ersten Amtszeit auf dem Schirm. Nichts wird vergessen", warnt Mölling. Auch wenn auf der dänischen Insel keine Kommandoaktion des US-Militärs wahrscheinlich sei, könne es sein, "dass die Amerikaner morgen früh in Kopenhagen anrufen und sagen: Wir beschützen euch Europäer weiter gegen die Russen. Aber dafür brauchen wir Grönland. Einverstanden?"
Gestern Venezuela – und morgen Europa?
Europa, so Möllings Befürchtung, sei dann womöglich zu keiner einhelligen Reaktion imstande. "Die einen werden sagen: Nein, auf keinen Fall. Andere werden erst mal gar nichts sagen. Und eine dritte Gruppe von Staaten wird sagen: Das ist uns egal." Die Gefahr sei groß, dass Europa gute Beziehungen zu den USA über den Zusammenhalt innerhalb der EU und in der Nato stelle. "Wir könnten schon morgen getestet werden." Der Sicherheitsexperte fordert daher einen Plan B – für eine geordnete Trennung der Allianz zwischen den USA und Europa.
Für Wladimir Putin sind der Sturz und die Gefangennahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro nach Möllings Einschätzung eine Blamage. Zum zweiten Mal nach dem Fall des Assad-Regimes in Syrien habe Russland mit Maduro einen engen Verbündeten verloren. "Moskaus Arm reicht nicht mehr sehr weit", das werde gerade im historischen Vergleich zum sowjetischen Einfluss während der Kuba-Krise deutlich. "Und historische Größe ist ja ein wichtiger Maßstab für Putin." Wohl deshalb hätten russische Medien die Ereignisse in Caracas zunächst totgeschwiegen.
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