Der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, will nach eigenen Angaben die Schulpflicht in seiner jetzigen Form nicht abschaffen, sondern „erweitern“ und „zu einer Bildungspflicht“ reformieren. „Und das ist ein riesengroßer Unterschied“, erklärte Siegmund in einem Video in seinem Kanal bei X.

WELT hatte zuvor über die Pläne des AfD-Spitzenkandidaten berichtet, die im Porträt des „Spiegel“ bekannt wurden. Die Presseanfrage an Siegmund mit Bitte um eine Konkretisierung seiner Vorhaben wurde nicht beantwortet.

Stattdessen fordert der 35-Jährige in seinem X-Beitrag unmittelbar nach der Presseanfrage von WELT „individuell die Möglichkeit“, „dass Schüler auch in kleineren Verbänden oder auch im Homeschooling unterrichtet werden können“, heißt es in dem Video weiter. Natürlich müsse es Prüfungen geben, „zum Beispiel alle halbe Jahr im Ministerium.“ Sollte das Modell scheitern, gelte: „Dann ist die Schulbank wieder zu drücken. Das ist klar.“

Zur Begründung verweist Siegmund auf aktuelle Probleme im Bildungssystem: „Was an den Schulen los ist, das darf so nicht weitergehen“ – deshalb „voller Fokus wieder zurück zu einer vernünftigen Bildungspolitik“. Dieses Modell funktioniere auch in anderen Ländern „hervorragend“, wobei Siegmund betont, dass die AfD diese Position bereits seit Jahren vertrete.

Auch auf die Idee, Ministerien abzuschaffen, geht Siegmund ein. „Ministerien, ja selbstverständlich wollen wir da den Rotstift ansetzen“, heißt es in dem Video weiter. Er kritisiert „Doppelstrukturen“ und „Versorgungsposten“ und kündigt an, „mindestens ein Ministerium komplett“ einzusparen, indem man „zusammenlegen“ wolle, „was inhaltlich gut zusammenpasst“.

Die AfD wird in Sachsen-Anhalt schon seit Längerem als gesichert rechtsextrem eingestuft, dennoch lag sie Ende Dezember in Umfragen bei rund 40 Prozent vorn. Siegmund hat deshalb gute Aussichten, der erste AfD-Ministerpräsident zu werden.

Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Sven Schulze kommt auf weniger als 30 Prozent. Stabile Umfragewerte im Bereich um die zehn Prozent hat außerdem die Linke. Die SPD liegt dagegen nur noch knapp über der Fünfprozenthürde und damit im Bereich des BSW. Die Grünen und die FDP drohen aus dem Landtag zu fliegen.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke