• Die Kontrollen im Bereich der Schwarzarbeit wurden verstärkt. Dabei gehe es oft weniger um die Anzahl der Kontrollen, sondern um deren Tiefe.
  • Verfahren zu Schwarzarbeit können sich oft über Jahre hinziehen, weil die Strukturen im Hintergrund erforscht werden müssen.
  • Das Hauptzollamt Dresden ist vom Konzept der Intensiv-Kontrollen überzeugt. Durch ein neues Gesetz kann nun auch digitaler und einfacher ermittelt werden.

Mehr tun gegen Schwarzarbeit steht nicht nur auf der To-Do-Liste des Zolls für das Jahr 2026. Bereits in den vergangenen Jahren hatten Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit ihre Prüfungen verstärkt.

Verstärkte Kontrollen: Nicht unbedingt mehr, aber intensiver

Wobei verstärkt nicht unbedingt heißt, dass mehr Betriebe kontrolliert wurden, sagt Heike Wilsdorf, Pressesprecherin beim Hauptzollamt Dresden.

Es bedeute eher, dass in Risikobranchen wie Bau, Logistik, Reinigungsdiensten oder auch im Friseur- und Kosmetikbereich deutlich tiefer geprüft werde: "Wir fokussieren uns wirklich auf große Fische, dadurch reduziert sich natürlich die Zahl der eingeleiteten Ermittlungsverfahren. Aber was am Ende dann festgelegt wird, hängt immer davon ab, welche Verfahren, wie viele und auch mit welcher Schadensumme ich in dem laufenden Jahr abschließen konnte."

Gründliche Verfahren: Ermittlung kann Jahre dauern

Über 1,7 Millionen Euro an Strafen und Bußgeldern verhängten Gerichte in den Regionen Leipzig und Dresden, in denen das Hauptzollamt zuständig ist. Zudem Freiheitsstrafen von mehr als 25 Jahren.

Diese Zahlen sind allerdings noch von 2024, eine Bilanz des vergangenen Jahres liegt noch nicht vor.

Ohnehin sei der Weg lang von der ersten Kontrolle bis zum abgeschlossenen Verfahren, erklärt Wilsdorf: "Ein Sachverhalt wird ausermittelt. Das heißt, wir schauen wirklich, wer hängt hier noch mit drin? Gibt es hier Firmengeflechte? Gibt es Subunternehmer, die wiederum geprüft werden müssen in diesem Zusammenhang? Das wird ein ganz großes Bündel und das bedeutet schlussendlich auch, dass sich so eine Nacharbeit, Prüfung, Ermittlung zum Teil über Jahre hinziehen kann."

Mehr oder strengere Kontrollen: Beste Methode noch unklar

Ob die intensiveren Kontrollen wirklich erfolgreicher sind als flächendeckende, wie sie etwa die Baugewerkschaften für ihre Branche fordern, kann sich also erst in kommenden Bilanzen wirklich zeigen.

Vielleicht aber auch nicht. Denn: welche Kontrollen der Behörden am wirkungsvollsten sind, darüber wisse man wenig, sagt der Arbeitsmarktforscher und Schwarzmarkt-Experte Bernhard Boockmann: "Das wird nicht systematisch erhoben und ausgewertet. Die Vorgehensweise der Finanzkontrolle Schwarzarbeit ist sehr stark durch das Erfahrungswissen der beteiligten Beamtinnen und Beamten geprägt und weniger über standardisierte Verfahren und eine Evaluation standardisierter Ansätze. Hier sollte man aus meiner Sicht nachlegen und mehr systematisches Wissen über die Wirksamkeit erzeugen."

Zudem werde noch zu viel mit Papier und Bleistift gearbeitet.

Hauptzollamt Dresden: Gründliche Kontrollen sinnvolles Konzept

Heike Wilsdorf hält die aktuelle Strategie aber für sinnvoll, bei wenigen Betrieben genauer hinzuschauen. Letztlich gehe es darum, Schäden für die Allgemeinheit – zu verhindern oder abzumildern: "Wichtig ist unterm Strich das, was am Ende durch unsere Arbeit zugunsten unseres Sozialstaates auch geleistet wird."

Neues Schwarzarbeitsgesetz erleichtert Kontrollen

Zumindest Papier und Bleistift dürfte der Zoll bald weniger brauchen – dank dem neuen Gesetz zur Modernisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung.

Arbeitsmarktökonom Boockmann erwartet: Das wird sowohl Prüfungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit erleichtern als auch die Belastung verringern, die redlichen Betrieben bei Prüfungen entstehen: "Man hat erweiterte Möglichkeiten geschaffen, unterschiedliche Register mal gegeneinander zu halten und gucken, ob da irgendwelche Inkonsistenzen bestehen, sodass man dann stärker auf Risikofälle direkt zugehen kann."

Das mindere den Aufwand für diejenigen, die völlig legal arbeiteten und dann geprüft würden und dadurch einen Aufwand hätten.

Denn bisher musste der Zoll bei Behörden wie Arbeitsagenturen, Finanzämtern, Polizeien und der Rentenversicherung einzeln um Amtshilfe bitten – oft schriftlich. Künftig soll er diese Informationen schnell digital abgleichen können.

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