USA nehmen Maduro gefangen – Laut Trump will Vizepräsidentin Rodríguez mit ihm zusammenarbeiten
Die USA haben in der Nacht zum Samstag Ziele in Venezuela angegriffen und den langjährigen Staatschef Nicolás Maduro gefangen genommen. US-Präsident Donald Trump veröffentlichte ein Foto des gefesselten Maduro mit einer Augenmaske und Kopfhörern. Demnach befindet er sich auf dem US-Kriegsschiff „USS Iwo Jima“ auf dem Weg nach New York.
Erste schwere Explosionen waren in der venezolanischen Hauptstadt Caracas um kurz vor 02:00 Uhr in der Nacht zum Samstag zu hören, wie AFP-Reporter berichteten. Die Detonationen dauerten bis 03:15 Uhr an. Online verbreitete Videos zeigen, wie Raketen heranfliegen und am Boden einschlagen. Auch Hubschrauber waren am Himmel über Caracas zu sehen und zu hören.
Zu den angegriffenen Zielen gehört der größte und wichtigste Militärstützpunkt des Landes, Fuerte Tiuna im Süden der Hauptstadt. In dem Komplex befinden sich auch das Verteidigungsministerium und die Militärakademie, zudem umfasst das Gelände Wohnhäuser für tausende Familien von Soldaten. Ebenfalls angegriffen wurde der Flugplatz La Carlota nahe Caracas, der einen Luftwaffenstützpunkt und einen zivilen Flughafen umfasst.
Detonationen wurden zudem aus Guaira gemeldet, wo sich der internationale Flughafen und der Hafen von Caracas befinden, sowie aus Maracay etwa 100 Kilometer südwestlich der Hauptstadt und Higuerote 100 Kilometer östlich von Caracas an der Karibikküste.
Über mögliche Tote oder Verletzte wurde zunächst nichts bekannt. Verteidigungsminister Vladimir Padrino Lopéz warf der US-Armee vor, mit Kampfhubschraubern Raketen und Marschflugkörper auf Wohngebiete abgefeuert zu haben. Die Behörden seien dabei, Informationen zu Opfern zu sammeln, erklärte Padrino.
Trump hatte Maduro zur Kapitulation aufgefordert
Laut Trump wurde Maduro von US-Elitesoldaten gefangen genommen und außer Landes gebracht. Dem Sender Fox News sagte er, der linksnationalistische Staatschef habe sich in einer schwer bewachten „Festung“ aufgehalten. In der „Festung“ habe es „Stahltüren“ gegeben und „das, was sie einen Sicherheitsraum nennen, wo rundherum massiver Stahl ist. Er hat diesen Raum nicht geschlossen bekommen, er versuchte hineinzukommen, aber er wurde so schnell überrumpelt, dass er es nicht hinein geschafft hat.“
Die Soldaten seien „mit riesigen Schneidbrennern“ vorbereitet gewesen, „um durch den Stahl zu kommen, aber wir brauchten sie nicht“. Für die Aktion sei das Stromnetz in der Hauptstadt Caracas gekappt worden. Er selbst habe die Festnahme live „wie eine Fernsehshow“ verfolgt, sagte Trump weiter. Bei dem Einsatz sei kein US-Soldat ums Leben gekommen. Später veröffentlichte der US-Präsident das Foto von Maduro in Handschellen.
In der Öffentlichkeit war zuvor nicht bekannt gewesen, wo Maduro lebte. Gerüchten zufolge wechselte er in den vergangenen Monaten aus Angst vor einer Gefangennahme häufig seinen Aufenthaltsort. Trump sagte dem Sender Fox News, er habe Maduro vor einer Woche gesagt, dass er sich „ergeben“ müsse. Vor vier Tagen habe er dann grünes Licht für die Gefangennahme Maduros gegeben, wegen des Wetters habe der Einsatz aber verschoben werden müssen.
Trump: Maduros Vizepräsidentin will mit USA zusammenarbeiten
Wie Trump auf einer Pressekonferenz in Mar-a-Lago bekannt gab, wollen die USA übergangsweise die Führung in Venezuela übernehmen. „Wir werden das Land so lange führen, bis wir einen sicheren, ordnungsgemäßen und umsichtigen Übergang gewährleisten können“, sagte der Republikaner. Trump sagte, die Venezolaner seien nun „frei“.
Zudem werden die US-Regierung mit Maduros Vizepräsidentin Delcy Rodríguez zusammenarbeiten. „Wir haben gerade ein Gespräch mit ihr geführt, und sie ist im Grunde bereit, das zu tun, was wir für notwendig halten, um Venezuela wieder groß zu machen, ganz einfach“, sagte der US-Präsident.
Nach der venezolanischen Verfassung würde Vizepräsidentin Delcy Rodríguez bei einem Ausfall des Staatschefs bis zu Neuwahlen die Regierungsgeschäfte übernehmen. Als Außenministerin (2014–2017) prägte Rodríguez den konfrontativen Kurs gegen die USA, den sie als Vizepräsidentin fortsetzte. In seiner Pressekonferenz kündigte Trump auch an, dass die USA die Führung in Venezuela übergangsweise übernehmen wollten.
„Ich meine, es gibt niemanden, der das Amt übernehmen könnte“, sagte Trump. „Sie hatte ein langes Gespräch mit Marco und sagte: „Wir werden alles tun, was Sie brauchen. Ich finde, sie war sehr zuvorkommend, aber sie hat wirklich keine andere Wahl.“
USA werfen Venezuela vor, Drogenschmuggel aktiv zu fördern
Seit September greifen US-Streitkräfte immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler im Ostpazifik und in der Karibik an. Dabei wurden mit den neuen Angriffen bislang mehr als 100 Menschen getötet. Kritiker bezeichnen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig.
Am Montag hatte Trump sich über einen Angriff geäußert, bei dem es sich womöglich um den ersten US-Angriff an Land in dem Konflikt auf Venezuela handelte. Demnach wurde eine Anlegestelle für mutmaßliche venezolanische Drogenboote zerstört.
Die USA werfen Venezuela vor, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Venezuelas Präsident vermutet dagegen US-Pläne zu seinem Sturz und ein Bestreben der USA, sich der riesigen venezolanischen Erdölvorkommen zu bemächtigen.
Am Donnerstag hatte sich Maduro jedoch noch offen für Gespräche mit den USA gezeigt. „Wo immer sie wollen und wann immer sie wollen“, hatte er im Staatsfernsehen mit Blick auf mögliche Gespräche mit den USA über die Bereiche Drogenhandel, Öl und Migration gesagt.
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