Lungenärzte, Orthopäden, Kardiologen: Fachärzte sind gefragt, doch auf Termine müssen Patienten lange warten. Wie ist die Versorgung bei Ihnen? Die stern-Karten zeigen es.

Rund sechs Wochen (42 Tage) warteten gesetzlich Versicherte 2024 durchschnittlich auf einen Termin beim Facharzt. Das ist das Ergebnis einer Befragung unter Patienten im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums. Innerhalb von fünf Jahren hat sich damit die Situation der Nicht-Privatversicherten noch einmal deutlich verschlechtert: 2019 betrug die Wartezeit bei Fachärzten noch 33 Tage – also mehr als einen Monat.

Dabei hatte das 2019 verabschiedete Terminservice- und Versorgungsgesetz kürzere Wartezeiten versprochen. Hausärzte oder die Terminservicestelle (116 117), so sieht es das Gesetz vor, sollten verstärkt Termine beim Facharzt vermitteln.

Neben den Wartezeiten sind auch die jährlichen Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für offene Sprechstunden bei Ärzten stark gestiegen. Sie verdreifachten sich fast von rund 291 Millionen Euro im Jahr 2020 Jahr auf rund 814 Millionen Euro im Jahr 2023. Hintergrund sei laut Bundesgesundheitsministerium, dass bestimmte Ärzte mindestens fünf Stunden pro Woche als offene Sprechstunden ohne vorherige Terminvereinbarung anbieten müssen. Dafür bekommen sie zusätzliches Geld in Form einer extrabudgetären Vergütung.

Teilweise mehr Fachärzte in Kommunen als in Metropolen

Wie lange Patienten auf einen Termin beim Facharzt warten müssen, hängt stark davon ab, in welcher Region sie wohnen, wie eine aktuelle Analyse der GMS Software Manufaktur zeigt. Die bundesweite Versorgung mit Fachärzten, zeigt die Untersuchung, ist lückenhaft und variiert je nach Region. Während an einigen Orten auf 10.000 Einwohner gerade einmal zwei Fachärzte kommen, sind es andernorts an die 100. 

Für die Auswertung haben die Analysten sieben reharelevante Fachrichtungen in den jeweils zehn größten Städten der jeweiligen Bundesländer untersucht. Die Ergebnisse zeigen nicht nur starke Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland, sondern auch überraschende Spitzenreiter auf kommunaler Ebene: Während Bernau bei Berlin bundesweit die höchste Facharztdichte aufweist, liegen Städte wie Dessau-Roßlau, Frankfurt (Oder) oder Neumünster am unteren Ende der Skala.

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Der stern hat einige Facharztrichtungen exemplarisch in Karten aufbereitet:

Sportmediziner

Vor mehr als zehn Jahren beschrieb das "Deutsche Ärzteblatt" die Sportmedizin noch als Nischenfach. Auch die aktuelle Analyse zeigt: Sportmediziner sind bis heute rar gesät. Die mit Abstand meisten Sportmediziner praktizieren in München (258) und Berlin (253), hochgerechnet auf die Bevölkerung sind es dann aber nur ein bis zwei Ärzte pro 10.000 Einwohner.

Bemerkenswert ist, dass die Fachärzte trotz boomender Fitnesscenter in den Großstädten vor allem abseits der Metropolregionen zu finden sind. Die höchste Dichte an Sportmedizinern weisen etwa Rheinland-Pfalz und das Saarland auf.

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Kardiologen

Wegen des demografischen Wandels steigt die Nachfrage nach Fachärzten für innere Medizin. Das betrifft vor allem Kardiologen, also Ärzte, die sich auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen spezialisiert haben. Die entsprechende Expertise konzentriert sich an den Rändern der Metropolen Hamburg und Berlin sowie um Frankfurt am Main und im Saarland.

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Orthopäden

Orthopäden haben sich überwiegend in den Randregionen von Metropolen wie Hamburg und Berlin angesiedelt. Die Einrichtungen der Spezialisten finden sich zudem vermehrt in Mittel- und Südwestdeutschland, während in Bayern eine Lücke klafft.

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Rheumatologen

Die meisten Spezialisten gibt es in Pinneberg und Freital. Ansonsten sind Rheumatologen rar gesät, regional gibt es nur geringfügig Unterschiede. Verglichen mit anderen Fachärzten sind sie über die gesamte Bundesrepublik ähnlich verteilt.

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Lungenfachärzte

Etwa jeder zehnte Bundesbürger leidet unter chronischem Husten, also solchem, der länger als acht Wochen anhält. Dennoch wird das Volksleiden nach wie vor stiefmütterlich behandelt, sagen Pneumologen. Vor allem bei der Chronisch Obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) fehlt es an einer frühzeitigen Diagnose und Behandlung – auch, weil es vielerorts zu wenige Lungenfachärztinnen und -ärzte gibt.

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