Fünfter Platz von Weltmeister Antonelli reicht – Mercedes feiert Konstrukteurstitel
Doch auch dank des vierten Ranges seines Stallrivalen George Russell konnte Mercedes im Zweikampf mit dem wieder einmal enttäuschenden Ferrari-Rennstall vorzeitig die erste Team-WM seit 2021 bejubeln.
Die Nummer eins in Sao Paulo: Lando NorrisZweiter hinter dem englischen Pole-Mann Norris, der seinen dritten Saisonsieg einfuhr, wurde Max Verstappen im Red Bull. Der Niederländer legte vor den Augen des brasilianischen Fußball-Idols Neymar, der auch die Zielflagge schwenkte, eine imposante Aufholjagd von Startplatz 21 hin. Dritter wurde sein Red-Bull-Team Isack Hadjar.
Nico Hülkenberg bescherte Audi mit Position vier erst den besten Startplatz der jungen Geschichte als Werksteam. Trotz einer Zehn-Sekunden-Strafe im viertletzten Grand Prix der Saison nach einem Zweikampf mit Alpine-Fahrer Franco Colapinto holte der Rheinländer als Zehnter noch einen Zähler.
Antonelli mit Blitzstart
Beim Start schoss Antonelli, der noch Tage zuvor die Familie des 1994 verstorbenen Senna und auch dessen Grabstätte besucht hatte, dann förmlich davon. Schon auf den ersten Metern schnappte er sich Norris, der tags zuvor in einer chaotischen Qualifikation mit sintflutartigem Regen zum vierten Mal in dieser Saison auf die Pole Position gefahren war.
Norris hatte aber auch das Nachsehen gegen Liam Lawson von den Racing Bulls, der sensationell als Dritter gestartet war. Direkt dahinter trat Hülkenberg auf das Gaspedal, reihte sich aber als Sechster ein.
Der Unterhaltungsfaktor auf dem Autódromo José Carlos Pace, wo noch bis mindestens 2035 gefahren wird, war jedoch auch auf den hinteren Plätzen hoch. Nach regelwidrigen Motorenwechseln mussten Lewis Hamilton (20.) im Ferrari und Verstappen (21.) ans Ende des Feldes. Mit Erlöschen der Roten Ampeln begannen die beiden Mehrfachweltmeister, sich an ihren Rivalen vorbei allmählich nach vorne zu arbeiten.
400. Rennen für Hamilton
Hamilton forderte schon früh den Umstieg von Mischreifen auf die schnellen, profillosen Slicks. In Runde 15 bekam er sie auch als erster Fahrer im Feld. Sein Jubiläumsrennen wollte er schließlich erfolgreich gestalten. Doch schon früh zeichnete sich ab: Daraus wird nichts.
„Ich hätte nie im Leben gedacht, dass ich eine solche Zahle erreiche. Das ist verrückt, denn ich fühle mich immer noch jung“, hatte Hamilton vor dem Start gesagt. Nur Aston-Martin-Routinier Fernando Alonso mit 445 hat mehr. Anschließend kamen alle anderen Konkurrenten an die Box und ließen sich ebenfalls die weichsten Reifen aufziehen.
„Irgendwas stimmt nicht mit dem Auto“, klagte Antonelli und drehte sich ausgangs der Start-Ziel-Geraden in Runde 20 erneut. Er konnte seinen Mercedes aber abfangen. „Ich kann nicht in die linken Kurven lenken.“ Vier Umläufe später patzte Antonelli an derselben Stelle wieder.
Hadjar muss Verstappen vorbeilassen
Hamilton und sein Scuderia-Teamkollege Charles Leclerc, der nach einer Strafversetzung auch nur als 14. ins Rennen gegangen war, kamen nicht entscheidend voran. Viel besser lief es für Verstappen, der nach einer Ansage vom Kommandostand seinen langsameren Hadjar in Runde 38 von 71 passieren durfte. Der Niederländer war nun Zweiter. Souverän an der Spitze: Norris.
In Interlagos ist aber Spannung garantiert. Sobald Regen einsetzt, beginnt eine Formel-1-Lotterie. Wenige Runden vor dem Ende war es soweit. Norris & Co. kamen an die Box, um sich bei Regen die Mischreifen aufziehen zu lassen.
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