Der Teenager, der jüngster Nationalspieler Deutschlands seit 116 Jahren werden kann
Montag beginnt die wohl speziellste Reise seines bisherigen Lebens. Dann wird Wael Mohya zum Treffpunkt der deutschen Fußballnationalmannschaft in Herzogenaurach gefahren.
Vom Hoffnungsträger im Abstiegskampf in den Kader von Bundestrainer Jürgen Klopp: Mohyas rasanter Aufstieg geht weiter. Der 17-Jährige ist trotz des schwachen Saisonstarts seines Klubs Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga der Senkrechtstarter des deutschen Fußballs. Doch was zeichnet den Teenager überhaupt aus?
Der am 31. Dezember 2008 in Mettmann bei Düsseldorf geborene Deutsch-Marokkaner spielt seit seinem achten Lebensjahr für die Borussia. Mit der U17 wurde er im Sommer 2025 deutscher Meister, einige Wochen später debütierte er am 13. Dezember im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (1:3) in der Bundesliga und stellte an diesem 14. Spieltag einen Vereinsrekord auf.
Wael Mohya gelang Debüt-Tor gegen den FC Bayern
Mit gerade einmal 16 Jahren und 347 Tagen löste er Marko Marin als jüngsten Gladbacher Bundesliga-Spieler ab. Und bereits am 25. Spieltag der Vorsaison gelang Mohya sein erstes Bundesligator – gegen den FC Bayern.
Mittlerweile hat der Mittelfeldspieler 23 Ligaspiele für die Borussia absolviert und vier Tore erzielt. Zuletzt glänzte er beim 3:2 gegen den VfB Stuttgart mit einem Tor und einer Vorlage. „Wael gibt uns natürlich viel mit seiner Lockerheit auf dem Feld. Er traut sich, egal, wie groß der Druck ist“, sagte Sportchef Rouven Schröder im „Doppelpass“ bei Sport1.
Längst ist Mohya für die Gladbacher im Abstiegskampf zum Hoffnungsträger geworden. „Das muss man sich vorstellen, mit 17 Jahren da als Hoffnungsträger von Borussia, aber er geht gut damit um“, sagte Schröder. Und auch Borussia-Trainer Alexander Blessin lobte: „Er ist so cool und macht es einfach gut. Es macht Spaß, ihm zuzusehen.“
Jürgen Klopp: „Er macht es wirklich gut“
Bundestrainer Klopp sieht in Mohya ebenfalls ein außergewöhnliches Talent: „Es gibt ja nicht viele 17-Jährige, die aktuell Bundesliga spielen. Und das ist ja schon ein herausragendes Merkmal. Aber er macht es auch gut, er macht es wirklich gut.“
Ob der Teenager bereits in den anstehenden Nations-League-Partien in Serbien (13. November) und gegen die Niederlande (16. November) zum Einsatz kommt, ist offen. Sollte Klopp ihn einsetzen, wäre Mohya erst der fünfte Spieler unter 18 Jahren, der für die Auswahl debütiert.
Zuletzt hatte Youssoufa Moukoko diese Marke im November 2022 geknackt – mit 17 Jahren und 361 Tagen. Noch jünger beim Debüt waren nur Uwe Seeler (1954, 17 Jahre und 345 Tage), Marius Hiller (1910, 17 Jahre und 241 Tage) und Willy Baumgärtner (1908, 17 Jahre und 104 Tage).
Mohya wäre bei einem Einsatz in Belgrad gegen Serbien 17 Jahre und 317 Tage alt, womit er zum jüngsten Debütanten der Nachkriegsgeschichte avancieren würde. Insgesamt wäre er nach Hiller und Baumgärtner der drittjüngste Spieler, der jemals das Trikot der deutschen A-Nationalelf getragen hat.
Wael Mohya überzeugt in den Spielen von Borussia MönchengladbachMohya selbst nimmt den zunehmenden Rummel gelassen. „Ich habe eine Familie um mich rum, die mich auf dem Boden hält“, sagte der Youngster kürzlich in einem Fernsehinterview. Wohl wissend, dass seine Leistungen Begehrlichkeiten bei anderen Klubs wecken. Sein Vertrag in Mönchengladbach gilt noch bis 2028.
Rat eines Weltmeisters
Einen Ratschlag für die Zukunft bekam der Teenager vor Kurzem von einem, der bei der Borussia selbst Fußballgeschichte geschrieben hat. Vereinspräsident und 1974-Weltmeister Rainer Bonhof sagte bei „Sky“: „Der soll sich bei uns die Sporen und die Erfahrung holen, die er braucht, um ganz durchzustarten. Da sind wir, glaube ich, für ihn im Moment die richtige Adresse.“
Klopp sagte: „Ich hatte drei Gespräche mit ihm mittlerweile, die waren top. Also ich war mit 17 nicht so selbstbewusst, aber ich war ja auch nicht so gut mit 17. Dementsprechend freue ich mich sehr auf Wael.“
Niclas Füllkrug kehrt in den Kader der Nationalmannschaft zurück. Der Star von Werder Bremen steht im Aufgebot für die beiden anstehenden Partien in der UEFA Nations League gegen Serbien und die Niederlande. „Eine gute Form und Tore schießen ist ja nie schlecht“, erklärt Bundestrainer Jürgen Klopp.Es gehe darum, dass Klopp den Spieler kennenlernt, sagte Borussia-Trainer Blessin. „Mehr müssen wir abwarten, etwa: Wie verhält er sich im Kreise der Nationalmannschaft? Es ist auf jeden Fall eine tolle Geschichte für Wael und für uns als Verein.“
Mohya ist für Klopp nicht der einzige Kandidat, den er in den kommenden Monaten kennenlernen und gegebenenfalls testen will. „Das wollen wir, wenn es geht, in der Zukunft beibehalten. Immer eine Position dabeihaben, wo wir sagen, okay, komm, mal sehen, ob er spielt, ob er es überhaupt in den Kader packt“, sagte der Bundestrainer.
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