„Ein Mann, größer als das Leben“ – Trainer-Legende mit 97 gestorben
Noch mit Mitte 80 stand John Nicks an der Bande und begleitete die Eiskunstläufer, die er trainierte. Jetzt ist die Eiskunstlauf-Trainerlegende im Alter von 97 Jahren gestorben. Das teilte der amerikanische Eiskunstlaufverband mit. „Die Eislaufgemeinschaft hat mit dem Tod von John Nicks einen großartigen Botschafter verloren“, sagte Geschäftsführer Matt Farrell. „Durch sein lebenslanges Engagement für seine Athleten und den Sport hat er sich den tiefen Respekt der Eiskunstlauf-Gemeinschaft verdient.“ Nicks sei bereits am Dienstag gestorben.
Der renommierte Trainer wurde am 22. April 1929 im englischen Brighton geboren und begann im Alter von neun Jahren mit dem Eislaufen. Mit seiner jüngeren Schwester Jennifer trat er später im Paarlauf an – und zwar äußerst erfolgreich. Bei den Olympischen Spielen reichte es zwar nicht zum Podest (1948 Platz acht, 1952 Rang vier), dafür gewannen sie Anfang der 1950er-Jahre viermal in Folge Medaillen bei Weltmeisterschaften, darunter 1953 Gold in Davos. Nach dem WM-Titel beendeten sie ihre Karriere.
Trotz des Weltmeistertitels erlangte Nicks, der 1961 in die USA zog, vor allem als Trainer große Bekanntheit. Er coachte nach Angaben des US-Verbands mehr als 1200 Läuferinnen und Läufer, darunter unter anderem die Olympiasiegerinnen Peggy Fleming und Kristi Yamaguchi aus den USA. „John hat Generationen amerikanischer Eiskunstläufer geprägt. Sein Einfluss reichte weit über die Meister hinaus, die er trainiert hat“, erklärte Farrell. „Wir sind dankbar für alles, was er dem US-Eiskunstlauf gegeben hat.“
„Ich weiß nicht, warum, aber ich hatte Glück“
Auch im hohen Alter feierte Nicks als Trainer noch Erfolge, etwa mit der US-Amerikanerin Sasha Cohen Olympia-Silber im Jahr 2006 in Turin sowie mit ihrer Landsfrau Ashley Wagner, die 2014 Team-Bronze bei den Winterspielen in Sotschi gewann. Wagner äußerte sich nun mit emotionalen Worten in den sozialen Medien.
Januar 2013: Ashley Wagner mit ihren Trainern Phillip Mills (l.) und John Nicks bei den US-Meisterschaften„Herr Nicks, ich werde für immer dankbar sein für die Zeit mit Ihnen, für die Lektionen, die ich gelernt habe, und für die Eiskunstläuferin, zu der Sie mich gemacht haben. Sie haben mich zu einer Künstlerin gemacht, zu einer Eiskunstläuferin, die gelernt hat, viel mehr Wert auf das Gesamtbild zu legen statt nur auf die Sprünge“, schrieb Wagner bei Instagram: „Ohne Sie wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Danke für all die Momente und Erinnerungen im Eiskunstlauf. Ein Champion-Macher, eine Legende und ein Mann, der größer war als das Leben. Ruhe in Frieden.“
Nicks wurde im Jahr 2000 in die weltweite Hall of Fame des Eiskunstlaufens aufgenommen. Der Trainer selbst verwies bei seinen Erfolgen vor allem auch auf seine Athletinnen und Athleten: „Ich weiß nicht, warum, aber ich hatte das Glück, viele sehr talentierte Menschen trainieren zu dürfen“, sagte er einmal in einem Interview mit der „Los Angeles Times“.
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