Eintracht Frankfurt muss ein neues Stadion bauen – das ist eine der ersten klaren Ansagen von Axel Hellmann in seiner neuen Rolle als Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt. Auf der Mitgliederversammlung am Montagabend in der Frankfurter Jahrhunderthalle erklärte der Eintracht-Boss ausführlich, warum ein neues Stadion für den ganzen Klub alternativlos ist.

„Wenn wir nicht jetzt anfangen, eine Stadionplanung vorzulegen, werden wir in zehn Jahren kein neues Stadion haben“, machte Hellmann vor den rund 1600 Anwesenden deutlich und erklärte: „Stadien haben einen Lebenszyklus von drei Dekaden. Das aktuelle Stadion wurde 2005 (für die WM 2006, d. Red.) eröffnet. Deswegen ist dessen Ablaufdatum 2035.“ Weil Großprojekte vor allem in Deutschland lange Anlaufzeiten benötigen, sieht sich Hellmann jetzt zum Handeln gezwungen.

„Nur wenn wir jetzt handeln, werden wir 2035, 2036 oder 2037 ein neues Stadion haben“, kündigte Hellmann an. Spätestens 2038 soll die neue Arena stehen. Für dieses Jahr oder für 2042 will sich Deutschland nämlich für die Ausrichtung der Fußball-WM bewerben, mit Frankfurt als prominentem Standort.

Für Hellmann ist das neue Stadion aber viel mehr als nur ein Aushängeschild. „Alles, was wir im Wesentlichen an sportlicher Leistungsfähigkeit investieren, hängt von den Möglichkeiten ab, die uns das Stadion bietet“, sagte er. Soll heißen: An der neuen Arena hängt laut Hellmann das gesamte Klub-Wohl.

An Stadion-Skeptiker hat der Frankfurt-CEO eine klare Botschaft: „Es gibt Leute, die sagen: Wir haben doch ein super Stadion. Wie kann man denn jetzt ein Stadion mit 75.000 Zuschauern eröffnen und das Geld nicht lieber in den Kader stecken? Die Unterstellung, wir würden beim Kader sparen, um irgendwelche Stadion-Pläne zu finanzieren, ist absurd. Das sind völlig verschiedene Finanzierungstöpfe.“

Das Potenzial für 80.000 Zuschauer wäre da

Aktuell fasst der Deutsche Bank Park 60.100 Zuschauer. Wie viele Fans in die neue Heimspielstätte passen sollen, lässt der Frankfurt-Boss weiter offen. Sogar bis zu 80.000? „Das Potenzial dazu haben wir zweifelsfrei. Aber wir müssen auch schauen, was verkehrsmäßig machbar ist“, räumte Hellmann Fan-Bedenken bei An- und Abreise ein.

Auch Fragen der Baugenehmigungen und der genauen Finanzierung seien noch nicht geklärt. Ob Eintracht auf die bestehenden Ränge einen dritten Ring draufsetzt oder nach und nach Tribünen abreißt und komplett neu aufbaut, soll Anfang 2027 geklärt werden. Aktuell wartet der Verein noch auf die Ergebnisse einer in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie.

Das Ziel ist aber klar: Hellmann will einen Fußball-Hexenkessel mit mehr Stehplätzen als bisher, gleichzeitig aber eine der modernsten Multifunktionsarenen Europas für Konzerte und Veranstaltungen. Schon jetzt haben die Hessen – so Hellmann – nach dem Wembley-Stadion in London die „erfolgreichste Arena Europas“.

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