430 Bäume an einem Tag gefällt – doch jetzt wird Trump gestoppt
Nach der Fällung Hunderter Bäume hat eine US-Bundesrichterin weitere Abholzungen auf einem über 100 Jahre alten öffentlichen Golfplatz in Washington bis zum 26. Oktober untersagt – und damit Pläne von Präsident Donald Trump zur Umgestaltung der US-Hauptstadt durchkreuzt. Richterin Ana Reyes traf ihre Entscheidung nach einer Dringlichkeitsanhörung. Sie warf der US-Regierung vor, erst am späten Freitagnachmittag und damit einen Tag vor den Fällungen über die Pläne informiert zu haben.
Die Richterin verfügte, dass Trumps Regierung jede weitere „nicht behebbare Veränderung“ auf dem East-Potomac-Golfplatz drei Werktage im Voraus anzeigen müsse. Für diesen Montag setzte sie eine neue Anhörung an.
Kahlschlag auf dem öffentlichen GolfplatzAnfang der Woche hatte Reyes bereits in einer Eilentscheidung weitere Fällungen bis zu einer weiteren gerichtlichen Anordnung untersagt. Reyes gab mit ihrer Entscheidung einem Antrag von Umweltschützern statt, die nach der Fällung von rund 430 Bäumen auf dem Gelände am vergangenen Samstag Alarm geschlagen hatten. Die Behörden hatten zudem angekündigt, im Laufe der Woche Hunderte weitere Bäume auf dem Golfplatz zu fällen.
Trump denkt an die US Open und den Ryder Cup
Trump, ein leidenschaftlicher Golfspieler und Besitzer etlicher Plätze, will den Kurs renovieren lassen. Nach seiner Aussage ist der Platz in einem schlechten Zustand. Der Präsident argumentierte, dass dort große Turniere wie die US Open oder der Ryder Cup stattfinden könnten. Dafür müssten aber die Bäume weg.
„Der Platz befindet sich insgesamt in einem sehr schlechten Zustand“, sagte der Präsident: „Viele der Bäume sind durch jahrelange Vernachlässigung stark beschädigt und bringen Menschen durch herabfallende Äste oder umstürzende Bäume in große Gefahr.“
Golffan Trump Ende September beim Presidents Cup in Medinah, IllinoisDer East Potomac Park wurde 1897 als öffentliches Erholungsgebiet geschaffen, der Golfplatz öffnete 1919. Die ersten 18 Löcher entstanden zwischen 1918 und 1923, entsprechend eingewachsen ist der traditionsreiche Kurs.
Trumps Washington-Agenda
Der ehemalige Immobilienentwickler hat seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 bereits mehrere Bau- und Sanierungsprojekte auf den Weg gebracht, um Washington seine Handschrift aufzudrücken. Eigenen Aussagen zufolge möchte er der von seinen Vorgängern vernachlässigten Hauptstadt wieder zu mehr Glanz verhelfen. Unter anderem soll dabei der Golfplatz helfen. Der Standort als Meisterschaftskurs könne „enormen Erfolg und neues Prestige nach Washington, D.C. bringen“.
Die oppositionellen Demokraten werfen Trump hingegen vor, öffentliche Gelder zu verschwenden. Viele der Projekte werden rechtlich angefochten. Zu Trumps umstrittenen Vorhaben zählen ein Ballsaal am Weißen Haus, für den ein ganzer Flügel der Präsidentenresidenz abgerissen werden würde, sowie die Renovierung des Kennedy Centers, auf dem Trump seinen Namen anbringen lassen möchte.
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