Kurz vor den Turn-Weltmeisterschaften in Rotterdam haben drei aussichtsreiche russische Athletinnen um Mehrkampf-Weltmeisterin Angelina Melnikowa keine Visa für die Niederlande erhalten. In der Begründung für die Ablehnung hieß es gemäß einer Mitteilung des russischen Turnverbands: „Einer oder mehrere Staaten des Schengen-Raums halten die Sportlerinnen für eine Bedrohung für ihre internationalen Beziehungen.“

Kein Visum erhielten neben Turn-Star Melnikowa auch die Vize-Europameisterin im Mehrkampf, Anna Kalmykowa, sowie Viktoria Listunowa, die mit Melnikowa vor fünf Jahren in Tokio Team-Olympiasiegerin wurde. Die Turn-WM beginnt am Samstag.

Während Trump den Rücktritt von Selenksyj fordert, bleibt die militärische Lage an der Front weiterhin angespannt. WELT-Chefreporter Steffen Schwarzkopf berichtet.

Der russische Verband werde sich an das Internationale Olympische Komitee und den Weltverband für eine Bewertung der Situation wenden, hieß es. Die Titelkämpfe sollten auch als erste Etappe für die Olympia-Qualifikation 2028 in Los Angeles dienen.

Schon vor der Europameisterschaft in Zagreb gab es Visaprobleme

Weitere Sportler warten demnach noch auf eine Visaentscheidung. Vor den Europameisterschaften in Zagreb im August hatte es ebenfalls Probleme bei der Visavergabe gegeben. Melnikowa und Kalmykowa konnten letztendlich dennoch an der EM teilnehmen und Medaillen gewinnen.

„Wir versuchen, im Laufschritt von einer Deckungsposition zur nächsten zu kommen. Bewusst haben wir keine schusssicheren Westen angezogen. Journalisten sind längst zur Zielscheibe geworden.“ WELT-Reporter Steffen Schwarzkopf war an der ukrainischen Front.

Im vergangenen Mai hatte der Turn-Weltverband russische und belarussische Sportler trotz des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine wieder zu internationalen Wettbewerben zugelassen. Die Europäische Turnunion folgte diesem Vorbild wenig später. Seitdem dürfen die Turner bei internationalen Veranstaltungen wieder unter russischer Flagge antreten und bei Siegen mit russischer Hymne geehrt werden.

Die Beschränkungen gegen Russen und Belarussen waren nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 eingeführt worden. Belarus unterstützt Russland im Krieg gegen die Ukraine.

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