Tragödie auf der Zielgeraden – Millionen-Pferd bricht tot zusammen
Die französische Hindernisrennsport-Szene trauert um einen ihrer größten Namen, nachdem Losange Bleu während eines Prix zusammengebrochen und gestorben ist. Es ist eine Tragödie für den Pferdesport.
Das französische Ausnahme-Pferd von Patrick Papot ist völlig überraschend dahingeschieden. Der von Dominique Bressou trainierte Wallach war als 6:4-Favorit gestartet und lag während des Prix Carmarthen auf seiner Hausstrecke im Pariser Stadtviertel Auteuil mit Jockey Johnny Charron auf Platz 1. Doch völlig unvermittelt brach das Pferd kurz nach dem Einbiegen auf die Zielgerade zusammen.
Charron wurde dabei aus dem Sattel geschleudert und knallte durch die Streckenbegrenzung. Er verletzte sich aber nicht. Beobachter berichteten, Charron habe anschließend unter Tränen den Wiegeraum betreten und den Verlust des Pferdes betrauert. Nach dem Unglück eilten Veterinärmediziner zur Strecke, konnten dem siebenjährigen Wallach aber nicht mehr helfen.
„Losange Bleu war der unangefochtene Champion“
Die Todesursache ist noch nicht geklärt. Eine Obduktion wurde vom Rennbahn-Tierarzt angeordnet. Einigen Berichten zufolge soll Losange Bleu einen Herzinfarkt erlitten haben. In anderen hieß es, sein Sturz und Tod könnten auf eine Skelettverletzung oder das Versagen innerer Organe hindeuten.
Der Hindernis-Rennsport ist eine Unterdisziplin des Galopprennsports, bei der die Pferde im Gegensatz zu klassischen Flachrennen nicht nur eine vorgegebene Distanz so schnell wie möglich zurücklegen, sondern dabei verschiedene Hindernisse überspringen müssen. Diese Sportart kombiniert die enorme Schnelligkeit des klassischen Pferderennsports mit dem Springvermögen und der Ausdauer der Pferde. Das weltweit bekannteste (und berüchtigtste) Hindernisrennen ist das Grand National in Liverpool. Beim Rennen im April 2023 waren dort drei Pferde zu Tode gekommen.
Vom Unglück Losange Bleus profitierte Hengst Kingland, trainiert von Francois Nicolle und im Besitz von Angus und Lynne Maclennan. Sie zeigten sich nach dem Sieg geschockt und sprachen ihr Mitgefühl aus. „An einem Tag wie heute kann man nicht wirklich feiern. Unser tiefstes Mitgefühl gilt dem gesamten Team von Losange Bleu. Er war der unangefochtene Champion. Wir hatten gehofft, ihn im November noch einmal herausfordern zu können – zu dem großen Duell wird es nun nicht mehr kommen“, sagte Angus Maclennan.
Losange Bleu zählte zu den erfolgreichsten und beständigsten Pferden im Hürdensport. Zweimal gewann der Wallach die französischen Hürden-Meisterschaften und landete bei insgesamt 15 von 27 Rennen, die er in seiner Karriere bestritten hatte, auf Rang 1. Sieben zweite und zwei dritte Plätze kamen hinzu. Nur zweimal verpasste er das Podest.
Er lief exklusiv in Auteuil und war der unbestrittene König der Rennbahn, da er fast jedes Mal, wenn er an den Start ging, als Favorit ins Rennen kam. Mit seinen Leistungen gewann Losange Bleu rund 1,8 Millionen Euro Preisgeld. Erst im Mai dieses Jahres hatte Losange Bleu die französischen Meisterschaften auf der Hindernis-Paradestrecke in Auteuil für sich entschieden. Es war sein zweiter Titel nach seinem Erfolg im Jahr 2024.
In Erinnerung an das Pferd schrieb ein Fan auf X: „Manche Pferde hinterlassen mehr als nur Siege – sie hinterlassen Hufabdrücke in unseren Herzen.“
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