Mehr als 26 Minuten für die letzten 1000 Meter – das Drama um die Ironman-Führende
Als Titelverteidigerin war sie ins Rennen gegangen. 2025 hatte Solveig Lövseth beim Ironman souverän den Sieg eingefahren – und auch bei der diesjährigen Auflage des härtesten Triathlons der Welt lag die Norwegerin auf Hawaii lange aussichtsreich im Rennen. Bis sie rund 1000 Meter vor dem Ziel entkräftet zusammenbrach.
Geplagt von Kämpfen in den Beinen torkelte sie über die Strecke und stürzte mehrfach. Sie musste auf dem legendären Ali'i Drive sogar kurzzeitig medizinisch versorgt werden. Doch aufgeben kam für die Weltmeisterin, die mit eineinhalb Minuten Vorsprung das Feld anführte, nicht infrage.
Während die Konkurrentinnen bei der dritten Disziplin – dem Marathon über 42,195 Kilometer – an ihr vorbeizogen und den Sieg unter sich ausmachten, raffte sich die Norwegerin auf. Allerdings brauchte sie für die letzten 1000 Meter mehr als unfassbare 26 Minuten. Sie kam schließlich unter dem Jubel der Fans, die die Energieleistung der 27-Jährigen würdigten, als Achte ins Ziel.
Siegerin wurde die Vorjahreszweite Taylor Knibb aus den USA, Silber ging an die Deutsche Laura Philipp, Bronze sicherte sich die Schweizerin Julie Derron. Neben den 65.000 US-Dollar für den zweiten Platz auf Hawaii kassierte Philipp noch 200.000 US-Dollar für den Sieg in der Ironman Pro Series. „Das hat sie saustark gemacht“, lobte ihr Trainer und Ehemann Philipp Seipp. Bei Philipps Konkurrentin Lövseth war hingehen Wunden lecken angesagt.
Lövseth wird von Taylor Knibb (l.) aus den USA umarmtDabei gab es eine Duplizität der Ereignisse: Vor einem Jahr hatte die Norwegerin noch von einer Schwächephase der lange Führenden Knibb profitiert und sich den Sieg geholt. Nun musste sie am eigenen Leib erfahren, wie kräftezehrend die letzten Meter eines Ironmans sein können. Nach 9:02:09 Stunden beendete sie das Rennen – mit einem Rückstand auf Knibb von rund 25 Minuten.
„Das Verrückte ist, dass der Zieleinlauf in diesem Jahr mehr Spaß macht als letztes Jahr“, so Lövseth, als sie die letzten Meter des Rennens direkt in eine Kamera sprach. Da konnte sie schon wieder lächeln
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