„Es ging nicht nur ums Tennis“ – Gegner geht auf Zverev los
Wird Alexander Zverev nach diesen harschen Worten gut schlafen können? Der Tennis-Superstar ist auf dem Weg, um als erst zweiter deutscher Spieler nach Boris Becker zur Nummer 1 der Welt aufzusteigen. In Shanghai setzte er sich am Freitag gegen den Chinesen Wu Yibing (Nummer 105 der Welt) mit 6:4, 7:6 durch.
Der Lokalmatador übte im Anschluss an sein Ausscheiden deutliche Kritik an Zverev und dessen Verhalten während des eineinhalbstündigen Duells. „Es gab im Spiel einige Zwischenfälle: Stürze, Beschwerden über die Beleuchtung und Gesten in Richtung Netzkante. Es ging nicht nur ums Tennis“, monierte Wu.
Der Chinese weiter: „Er hat das offenbar alles gemacht, um meinen Rhythmus zu unterbrechen, weil ich ihn unter Druck gesetzt habe. Auch wenn es bei mir nicht gewirkt hat, mag ich dieses Verhalten nicht.“
Wu mag lieber gegen Alcaraz als gegen Zverev spielen
Dabei hatte Zverev unter anderem eine Schrecksekunde zu überstehen. Beim Stand von 5:5 im zweiten Satz knickte er mit dem linken Fuß um. Nach kurzer Pause ging es für ihn doch weiter. „Er schlägt so hart, wie es geht. Deshalb hängt das Spiel nicht so sehr von dir selbst ab“, sagte Zverev nach dem Sieg und zeigte sich zufrieden.
Wu ließ dagegen noch wissen, dass er lieber gegen Carlos Alcaraz spiele als gegen den 29 Jahre alten Deutschen – weil der Spanier „eine größere Herausforderung“ sei. Doch der Chinese hatte in der Mixed-Zone vor Journalisten auch lobende Worte für Zverev übrig. So hob er etwa dessen Aufschlag hervor und die „hervorragende Qualität, den Ball früh zu treffen“.
Zverev bekommt es nach seinem Sieg gegen Wu in der 3. Runde mit Quentin Halys zu tun. Auf dem Weg zu seinem Grand-Slam-Triumph bei den US Open in diesem Spätsommer traf er bereits auf den Franzosen. In einem Marathonmatch stand Zverev kurz vor dem Ausscheiden, schlug Halys schließlich mit 3:2 Sätzen.
Da Jannik Sinner als Nummer 1 der Welt seine Saison aufgrund von anhaltenden Knieproblemen beenden musste, ist das Feld für Zverev frei. Im vergangenen Jahr schieden sowohl Zverev als auch Sinner in eben jener 3. Runde beim Masters in Shanghai aus. Das soll sich aus Zverevs Sicht ändern.
Theoretisch könnten Alcaraz und der Amerikaner Ben Shelton, der in Shanghai den Deutschen Daniel Altmaier mit 6:3, 7:6 (8:6) besiegte, bis Jahresende noch an Zverev vorbeiziehen. Dafür müssten entweder Alcaraz oder Shelton aber nicht nur alle Turniere gewinnen, sondern sich auch noch für zusätzliche kleine Turniere melden. Das gilt als extrem unwahrscheinlich.
Erreicht Zverev in Shanghai mindestens das Halbfinale, ist auch dieses Szenario erledigt. Mit einem Turniersieg in China und einem Halbfinaleinzug beim Turnier in Wien (ab 26. Oktober) würde Zverev in der Weltrangliste am 2. November erstmals Platz eins übernehmen.
Und seinen für ihn wichtigen Schlaf („Ich schlafe zwischen neun und elf Stunden“) dürfte er nach seinem Zweitrunden-Sieg abbekommen haben. Denn für Zverev geht es erst am Sonntag weiter.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke