Tour de France in Berlin? Die Linke reagiert „grundsätzlich mit Zurückhaltung“
Die Berliner Linke lehnt einen möglichen Tour-de-France-Start 2029 in Berlin nicht grundsätzlich ab, will vor einer möglichen Unterstützung aber die finanziellen Rahmenbedingungen genau prüfen.
„Angesichts der allgemein schwierigen Haushaltslage Berlins sehen wir kostspielige sportliche Großereignisse grundsätzlich mit Zurückhaltung. Sollte das Thema im Rahmen von Regierungsverhandlungen aufgerufen werden, wird sorgfältig geprüft werden müssen, ob dafür im Landeshaushalt 2029 tatsächlich Spielräume vorhanden sind“, sagte die sportpolitische Sprecherin Claudia Engelmann der Deutschen Presse-Agentur.
Anders als den Tour-Start hatte die Linke die inzwischen gescheiterte Berliner Olympia-Bewerbung abgelehnt. Die Partei gewann die Abgeordnetenhauswahl und könnte mit ihrer Spitzenkandidatin Elif Eralp künftig die Regierende Bürgermeisterin stellen.
Tour-Chef schürt deutsche Hoffnungen
Tour-de-France-Chef Christian Prudhomme hatte zuletzt die Hoffnung auf einen Start im Osten geweckt und die historische Bedeutung eines Grand Départ in Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen 40 Jahre nach der friedlichen Revolution und dem Fall der Berliner Mauer hervorgehoben.
Der Tour-Veranstalter Amaury Sport Organisation (ASO) entscheidet über die Vergabe. Voraussichtlich soll bis Anfang 2027 eine Entscheidung fallen. Der sogenannte Grand Départ umfasst in der Regel die Teampräsentation und mehrere Renntage. Geplant sind ein Prolog in Berlin sowie drei Etappen durch Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen.
Im Juli wurde die Bewerbung für die Tour de France in Mitteldeutschland offiziell abgegebenWeder das Abgeordnetenhaus noch der Sportausschuss hätten bislang einen Beschluss über eine Beteiligung des Landes gefasst, sagte Engelmann. Auch eine belastbare und transparente Kostenschätzung liege ihrer Fraktion noch nicht vor. „Aus unserer Sicht muss dabei immer die Frage im Mittelpunkt stehen, ob diese erheblichen Mittel nicht dringender für die Sanierung unserer maroden Sportstätten und die Stärkung des alltäglichen Breitensports in den Berliner Bezirken gebraucht werden“, sagte die Linken-Politikerin.
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