Vor ziemlich genau einem Jahr war es, als Eva Lys die Schlagzeilen eroberte und Hoffnungen schürte. Die Hamburgerin hatte beim Tennisturnier in Peking das Viertelfinale eines WTA-1000-Turniers erreicht. Mit Iva Jovic und Jelena Rybakina schlug sie gleich zwei gesetzte Spielerinnen. Der Erfolg gegen Rybakina, frisch gebackene US-Open-Gewinnerin 2026, war der erste in ihrer Karriere gegen eine Top-10-Spielerin.

Lys schrieb mit ihrem Finger „believe“ auf die Kameralinse und wurde noch auf dem Platz emotional: „Ich versuche, meine Tränen zurückzuhalten. Es bedeutet mir so viel.“ In der Weltrangliste kletterte die in den Jahren zuvor immer wieder verletzte Rechtshänderin in die Top 50 und war die neue deutsche Nummer eins. Als sie anschließend in Tokio und Hongkong jeweils das Achtelfinale erreichte, hatte sie im Ranking bereits Platz 39 erreicht. Wie weit würde sie gehen können?

Der Glaube war da: Eva Lys schaffte es unter die besten 40 Spielerinnen der Welt

Ein Jahr danach ist die 24-Jährige wieder dort angekommen, wo sie vor einem Jahr aufgebrochen war. Der Glaube – believe – an weitere Erfolge ist momentan jedenfalls geschwunden. Lys verlor am Montag beim WTA-Hartplatzturnier in Seoul zum Auftakt klar mit 1:6, 2:6 gegen die Rumänin Elena-Gabriela Ruse und schied damit bereits in der ersten Runde aus. Nach nur 1:09 Stunden war die Partie beendet.

Lys nur noch die deutsche Nummer drei

Für Lys war es im 26. Spiel des Jahres bereits die 18. Niederlage. Bei keinem Turnier auf der WTA-Tour kam sie über das Achtelfinale hinaus und ist inzwischen auf Rang 100 abgerutscht.

Die Misere begann bereits bei den Australian Open zu Jahresbeginn, wo sie in Runde eins in drei Sätzen gegen die erfahrene und in der Weltrangliste auf Platz 41 geführte Rumänin Sorana Cirstea verlor. Eine undankbare Auslosung, doch anschließend setzten sich die Pleiten fort. Ein Match gewann sie erst Mitte April beim Heimspiel in Stuttgart wieder. Von Mitte Juni bis zu den US Open vor drei Wochen gab es keinen Sieg.

Beste deutsche Spielerin im Klassement ist mittlerweile Tamara Korpatsch auf Position 51. Tatjana Maria liegt auf Rang 81. Lys bleibt momentan nicht viel, außer auf die Wiederholung des Vorjahres und die Trendwende im Herbst zu hoffen. Am 30. September beginnt das Turnier in Peking ...

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