„Kindlich, Slapstick“ – so ist Mönchengladbach nicht bundesligatauglich
Es ist nur ein schwacher Trost für die Fans von Borussia Mönchengladbach, aber immerhin bekommen sie diese Saison im eigenen Stadion etwas geboten. Zwei Spiele fanden in der Bundesliga statt, zweimal fielen sieben Tore, zweimal endete das Spiel 4:3. Der Haken an der Sache: Zweimal gewann das Auswärtsteam. Und zweimal kam der Gegner nicht aus der Fünf-Sterne-Kategorie. Am zweiten Spieltag entführte Aufsteiger Elversberg die Punkte, diesen Samstag feierte Mainz 05 im Borussia-Park.
Gladbachs erschütternde Bilanz vor der Länderspielpause: Vier Spiele, null Punkte, Letzter. Das Ganze garniert mit 16 Gegentoren – so viele kassierte der Klub in seiner langen Bundesliga-Geschichte an den ersten vier Spieltagen noch nie.
Gegen Mainz half nicht einmal eine frühe Führung, die Nerven zu beruhigen. Denn Gladbachs Defensive hat ihren Namen nicht verdient und ist in dieser Form schlicht nicht bundesligatauglich. Die Gäste mussten sich für ihre Tore wahrlich nicht viel einfallen lassen, beispielhaft mag das Mainzer 2:1 stehen. Da durfte so unbedrängt geflankt und geköpft werden, dass selbst der ausgeglichenste Trainer Probleme haben dürfte, die Contenance zu bewahren.
Jan-Moritz Lichte versuchte es dennoch, sagte: „Vier Gegentore sind einfach zu viel. Es wird darauf ankommen, klarer zu verteidigen.“
Der neue Trainer soll bald kommen
Doch das ist nicht mehr Lichtes Aufgabe. Er saß nur übergangsweise auf der Bank, weil sein Klub den Trainer gefeuert hat. Nach dem vergangenen Spieltag musste Eugen Polanski gehen. Nun gibt es bald einen neuen Chef. Sportchef Rouven Schröder stellte eine baldige Trainerverpflichtung in Aussicht. Es gebe mittlerweile einen klaren Favoriten. Einen Namen verriet Schröder nicht, sprach aber von „Erfahrung“ als wichtigem Faktor. Die erste Partie des Neuen ist nach der Länderspielpause gleich das rheinische Derby beim 1. FC Köln.
Bis dahin gibt es viel zu tun. „Das ist einfach zu kindlich und ein bisschen zu viel Slapstick, um in der Bundesliga drei Punkte zu holen“, befand Gladbachs Mittelfeldspieler Philipp Sander angesichts der historischen Gegentorflut bei DAZN. Und Sky-Experte Dietmar Hamann bemerkte: „Da sind zu viele mit sich selbst beschäftigt. Das ist insgesamt einfach zu wenig. Gute Mannschaften finden einen Weg, Spiele zu gewinnen, schlechte einen Weg zu verlieren. Das ist derzeit Borussia Mönchengladbach.“
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