DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke hat sich zufrieden über den XXL-Kader des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp geäußert. „Eine interessante Idee von ihm, jetzt in vier Spielen zwei verschiedene Teams aufzubieten – da muss man auch erstmal drauf kommen. Ich find’s gut“, sagte der Präsident von Borussia Dortmund beim „Big Bang KI Festival“ in Berlin.

„Ich weiß, dass er sich sehr viele Gedanken macht. Ich habe mit der Verpflichtung von Jürgen ein total gutes Gefühl“, sagte Watzke und erinnerte an die verpatzte WM: „Ganz Deutschland war ja in einer kollektiven Depression, und du hast das Gefühl: Können wir jetzt gar nichts mehr? Seit Jürgen im Amt ist, spüre ich überall, dass die Leute wieder Zuversicht haben.“

Dass Klopp für die anstehenden Nations-League-Spiele viele junge Spieler nominiert habe, sei nicht überraschend. „Wer Jürgen Klopp kennt, der weiß, dass es gewisser Voraussetzungen bedarf. Die Jungs werden relativ viel laufen müssen, das wird intensiv“, sagte Watzke. Natürlich helfe es, „wenn du, sagen wir mal, 21, 22, 23 bist, und du kannst noch richtig viel laufen, im Idealfall schnell“. Scherzhaft fügte er hinzu, das sei besser, „als wenn du dich schon auf deine erste Hüftoperation vorbereitest mit Mitte 30. Insofern macht das ja jetzt Sinn“, so Watzke.

Für Klopps Kader mit 44 Spielern sei „nun die richtige Zeit für Experimente. Du musst nicht im September schon an 2028 oder 2030 denken. Du hast jetzt noch Zeit, ein bisschen zu experimentieren. Wenn du es jetzt nicht machst, wann willst du es dann machen?“

Die Nationalmannschaft startet am 24. September in Amsterdam mit dem Prestigeduell gegen die Niederlande in die neue Länderspiel-Saison. In der Nations League kommt es innerhalb von zehn Tagen zu drei weiteren Gruppenspielen gegen Griechenland, Serbien und in Griechenland. Die internationale Presse schaut mit großem Interesse auf den neuen deutschen Weg. Ein Überblick.

Niederlande

Voetbal: „Von Ajax kommt ter Stegen als neue Nummer eins und 43 weitere Spieler: ein fulminanter Start für Klopp mit Deutschland.“

Sportnieuws: „Bemerkenswerte Entscheidung von Bundestrainer Jürgen Klopp: Große Namen fehlen gegen die Niederlande. Nicht nur die Niederlande schlagen unter Xavi ein neues Kapitel auf, auch Deutschland beschreitet neue Wege. Jürgen Klopp macht sofort deutlich, dass er seinen eigenen Weg geht.“

Spanien

Marca: „Klopps erster Kader ist der Wahnsinn.“

AS: „Es handelt sich um eine erste Nominierung, die die Veränderungen widerspiegelt, die Klopp nach dem letzten Misserfolg bei der Weltmeisterschaft vornehmen will.“

Mundo Deportivo: „Klopp krempelt das Feld in Deutschland fast komplett um. Eine Revolution.“

Serbien

Sportal: „Klopps ungewöhnlicher Schachzug: Er berief 44 Spieler ein und stellte zwei Kader auf – Serbien gegen Deutschlands ‚zweite Mannschaft‘! (am 1. Oktober in München, 20.45 Uhr im Sport-Ticker der WELT, die Redaktion) Obwohl man die letztgenannte Mannschaft nicht unterschätzen sollte, da sie talentierte Spieler wie Karim Adeyemi, Aleksandar Pavlović und Florian Wirtz in ihren Reihen hat, muss Serbiens Trainer Veljko Paunovic keine Taktik für die größten Stars des deutschen Fußballs entwickeln.“

Argentinien

TyC: „Klopps Wahnsinn. Er will das Team nach dem Versagen bei der WM aus der tiefen Krise führen und im Eilverfahren das Potenzial des gesamten Landes sichten.“

Olé: „Die Klopp-Revolution. Er löst das Versprechen für einen radikalen Umbruch ein.“

Brasilien

Lance: „Klopp arbeitet ein fortschrittliches Doppelkader-Modell aus. Es gibt kein Hauptteam und kein Reserveteam. Ein logistisches Meisterwerk zur Belastungssteuerung.“

Trivela: „Eine historische Liste und ein großes Vertrauen in die Jugend. Exakt der richtige Schritt, um Deutschland fußballerisch wieder zur Weltmacht zu formen.“

Australien

Flashscore Australia: „Ein Super-Size-Kader. Klopp nutzt die Nations League für ein gigantisches Sichtungsturnier, um eine neue deutsche Generation zu formen.“

England

The Sun: „Jürgen Klopp verfolgt einen bizarren neuen Ansatz.“

Goal.com: „Jürgen Klopps kühne neue Ära!“

The Telegraph: „Jürgen Klopp hat Deutschland dazu aufgefordert, den Nationalstolz nicht den ‚falschen Leuten‘ zu überlassen – eine offensichtliche Kritik an der rechtsextremen Partei ‚Alternative für Deutschland‘ (AfD). Bei der Bekanntgabe seines ersten deutschen Kaders für die bevorstehenden Spiele der Nations League trug Klopp eine Kappe mit der Aufschrift „Einer von 83 Millionen“. Er erklärte außerdem, man solle Stolz auf sein Land empfinden, ohne dass dies mit einer bestimmten politischen Strömung in Verbindung gebracht werde. Mit einer Kappe mit Adidas-Logo in den Farben der deutschen Flagge wies Klopp zudem auf die Sensibilität des Themas Patriotismus in einem Land hin, das offene Bekundungen von Nationalstolz vor dem Hintergrund seiner Nazi-Vergangenheit betrachtet.“

Die Nationalmannschaft ist neu aufgestellt: Jürgen Klopp hat seinen Kader für die anstehenden Länderspiele vorgestellt. Sehen Sie die DFB-Pressekonferenz hier in voller Länge.

Independent: „Klopp setzt ein starkes Signal. Er hat insgesamt 44 Spieler in zwei getrennte Kader berufen, und damit einen ungewöhnlichen Start in seine Amtszeit auf internationaler Ebene hingelegt.“

The Guardian: „Klopp fordert auf der Pressekonferenz den Nationalstolz für die Nationalmannschaft und für eine offene Gesellschaft zurück.“

Österreich

Kurier: „Klopp verzichtet auf Undav, den er bei der WM noch spielen sehen wollte.“

Italien

Corriere dello Sport: „Klopps Einfluss ist dank einer ungewöhnlichen Spielpause im europäischen Fußball sofort spürbar.“

Gazzetta dello Sport: „Klopp will den Nationalstolz nicht den falschen Leuten überlassen.“

Tuttosport: „Willkommen zurück, Klopp, hier ist sein etwas verrücktes und kreatives Deutschland“

Frankreich

L’Équipe: „Ein Paukenschlag. Eine kluge Antwort auf den überlasteten Terminkalender. Sein XXL-Kader mit 16 Neulingen ist eine komplette Distanzierung und bewusste Abkehr von der Ära Nagelsmann.“

Bundestrainer Jürgen Klopp hat bei seiner ersten Nominierung insgesamt 44 Spieler berufen, die in zwei Kader aufgeteilt werden. „Das zeigt, dass er offen dafür ist, diesen Umbruch, den man seit langem fordert, zu vollbringen“, sagt Sportjournalistin Valentina Maceri im Gespräch bei WELT TV.

Canal+: „Vier Spiele, zwei unterschiedliche Kader – die lange Länderspielpause soll für den neuen deutschen Bundestrainer zu einer Art Labor werden.“

Goal: „Komplette Distanzierung von Julian Nagelsmann! Jürgen Klopp beschreitet neue Wege mit der deutschen Nationalmannschaft und das nicht nur mit seinem Kader.“

USA

New York Times: „Jürgen Klopp hat als erste Amtshandlung als Nationaltrainer zwei separate Kader für die bevorstehenden Spiele der Nations League benannt. Auf dieser Liste stehen 16 Spieler, die noch kein Länderspiel für Deutschland bestritten haben. Klopp vermittelte bei seiner Pressekonferenz zudem eine politische Botschaft und trug eine Baseballkappe mit der Aufschrift ,Einer von 83 Millionen' in den Farben der deutschen Flagge. Das Land durchlebt derzeit eine unruhige politische Phase, und die rechtsextreme Partei ‚Alternative für Deutschland‘ hat kürzlich in Sachsen-Anhalt einen bedeutenden Wahlsieg errungen. Als Reaktion darauf nutzte Klopp seine Pressekonferenz, um zur Einheit aufzurufen.“

ESPN: „Ein unorthodoxer Start. Klopp bricht bewusst den traditionellen internationalen Fußballbetrieb auf. Durch das Nominieren von 16 Neulingen kreiert er im Eilverfahren eine völlig neue Generation von Nationalspielern.“

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