Noch knapp zwei Monate sind es hin, dann kommt es in der Fußball-Bundesliga zum Familienduell der Götzes. Am 7. November tritt Mario mit Eintracht Frankfurt beim SC Paderborn an, wo sein sechs Jahre jüngerer Bruder Felix unter Vertrag steht. Während Mittelfeldspieler Mario mit 34 Jahren auf der Zielgeraden seiner Karriere einbiegt, versucht sich Verteidiger Felix bei Aufsteiger Paderborn in der obersten deutschen Spielklasse zu etablieren. Zuvor war er bei Rot-Weiß Essen. Beide Orte sind nicht weit von seiner Heimat Dortmund entfernt, die er einst eher unfreiwillig verließ, wie er in einem ausführlichen Interview mit „11 Freunde“ erzählt.

2013 war der damals 21-jährige Mario Götze der Jungstar des deutschen Fußballs und mit Borussia Dortmund zweimal Meister geworden. Dann platzte die Bombe: Götze werde den BVB im Sommer verlassen und ausgerechnet zum Erzfeind, dem FC Bayern, wechseln. Möglich machte dies eine Ausstiegsklausel über 37 Millionen Euro.

Felix Götze spielt seit 2024 in der Defensive des SC Paderborn

„Ich saß im Reli-Unterricht, als die Schlagzeile rauskam“, erinnert sich Felix Götze, der damals 15 Jahre alt war: „Schön war das nicht. Es kamen sofort ein, zwei Sprüche – auch von Leuten, die ich eigentlich zu meinen Freunden gezählt hätte. Es gingen auch ein paar Jungs von den Ultras auf meine Schule.“

Götze habe sich abgemeldet und sei von seiner Mutter abgeholt worden. Doch zu Hause sah es nicht besser aus. Im Gegenteil: „Die Wochen danach waren krass: Es wurden Trikots verbrannt, vor unserem Haus stand Security, ich wurde jeden Tag von einem Sicherheitsmann zur Schule gebracht.“

„Hallo? Muss man deshalb eine Familie bedrohen?“

In dieser Zeit seien „zehn Grenzen überschritten“ worden, sagt Götze. Die Familie sei von diesen heftigen Reaktionen völlig überrascht gewesen. Er kann das bis heute nicht verstehen: „Mario war ein junger Typ, dann klopft Bayern an: Pep Guardiola, Champions League, viel Geld. Selbst wenn man all das rausrechnet, bleibt es am Ende ein Vereinswechsel im Fußball. Hallo? Muss man deshalb eine Familie bedrohen?“

Felix Götze berichtet in dem Interview, wie sehr er an Dortmund und der Borussia hängt („Malaga 2013 werde ich nie vergessen: die krasseste Stadionerfahrung meines Lebens“). Damals habe es für ihn aber kaum eine Möglichkeit gegeben, zu bleiben.

„Der Hass war so extrem, dass ich irgendwann angefangen habe, das für mich durchzuspielen“, berichtet Götze. 2014 folgte er seinem Bruder dann nach München, weil er einen Entschluss gefasst hatte: „Mit dem Namen Götze habe ich fußballerisch in Dortmund nicht die besten Aussichten. Für mich persönlich war das eine unglaublich schwere Entscheidung. Natürlich wollte ich Dortmund nicht verlassen, ich wollte nicht weg von meinen Freunden, nicht auf eine neue Schule gehen.“

In München spielte Felix Götze ebenfalls beim FC Bayern, erst in der U17, dann in der U19. Bei den Profis aber konnte er sich nicht durchsetzen. Also wechselte er 2018 zum FC Augsburg, wo er sein Bundesliga-Debüt gab, jedoch durch eine Hüftverletzung zurückgeworfen wurde („Ich konnte nicht mal auf dem Sofa sitzen“). Nach einer Saison (2021/22) als Leihspieler beim 1. FC Kaiserslautern ging es dann über Essen nach Paderborn, wo Götze mittlerweile Mannschaftskapitän ist.

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