München erhält Zuschlag für die Leichtathletik-WM
Nach den stimmungsvollen Europameisterschaften 2022 wird München erneut zur Bühne der Leichtathleten – dieses Mal allerdings noch eine Nummer größer: Bayerns Landeshauptstadt hat den Zuschlag für die Weltmeisterschaften 2031 erhalten. Das verkündete der Weltverband World Athletics, der die Titelkämpfe 2029 an Nairobi (Kenia) vergab.
Kurz danach ereilte München eine weitere gute Sportnachricht: Die Stadt wird das Finale der Champions League 2028 ausrichten. Das gab die UEFA im Anschluss an eine Sitzung des Exekutivkomitees im griechischen Thessaloniki bekannt. München war schon viermal Gastgeber des Champions-League-Finals, zuletzt im Jahr 2025 beim Sieg von Paris Saint-Germain gegen Inter Mailand (5:0).
Sebastian Coe, Präsident des Leichtathletik-Weltverbands, sagte zu der WM-Entscheidung: „Deutschland hat immer wieder bewiesen, dass es ein herausragender und zuverlässiger Gastgeber großer Leichtathletikveranstaltungen ist.“ Und weiter: „Wir wissen, dass Deutschland ein Publikum für die Leichtathletik hat. Und wir sind überzeugt, dass München 2031 alle Voraussetzungen für spektakuläre Leichtathletik-Weltmeisterschaften mitbringt.“
Über die Titelkämpfe 2029 in Afrika sagte Coe: „Nairobi hat eine überzeugende und emotionale Bewerbung vorgelegt. Die Leichtathletik-WM erstmals nach Afrika zu bringen, wird historisch sein.“ Rom und London hingegen gingen leer aus. Die nächsten Titelkämpfe im September 2027 werden in Peking ausgetragen; das stand schon länger fest.
Triumph vor heimischer Kulisse: Rebekka Haase, Alexandra Burghardt, Gina Lückenkemper und Lisa Mayer jubeln über den EM-Titel 2022 in MünchenDie Entscheidung über die Titelkämpfe der Leichtathleten fällt gut eineinhalb Wochen vor der Klärung einer weiteren wichtigen Frage. Der Deutsche Olympische Sportbund entscheidet am 26. September über den deutschen Olympia-Bewerber für 2036, 2040 oder 2044.
Bislang fanden zweimal Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Deutschland statt. Im Jahr 1993 war Stuttgart Ausrichter, im Jahr 2009 Berlin. Auf der blauen Bahn in der Hauptstadt lief Jamaikas Sprint-Legende Usain Bolt Weltrekorde über 100 und 200 Meter. Sie haben bis heute Bestand.
Dreistelliger Millionenbetrag
Wenige Wochen vor der Vergabe der Leichtathletik-WM hatte München als Kandidatenstadt eine finanzielle Zusicherung durch Bayerns Staatsregierung erhalten. Das Kabinett von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) beschloss, sich zu einem Drittel an den Durchführungskosten des Events zu beteiligen. Die weiteren Drittel der Kosten sollen die Stadt sowie der Bund tragen. Für eine WM 2031 wird laut aktuellen Schätzungen mit Gesamtausgaben in Höhe von rund 123 Millionen Euro gerechnet.
Als Austragungsort ist das modernisierte Olympiastadion vorgesehen. An neun Veranstaltungstagen wird mit rund 2200 Athletinnen und Athleten aus etwa 195 Nationen gerechnet. Präferiert wurde 2031, denn 2029 finden bereits im Mai das Deutsche Turnfest sowie im Juli und August die Fußball-EM der Frauen in München statt.
Usain Bolt stellte 2009 in Berlin einen neuen Weltrekord aufDeutsche Leichtathletik-Stars hatten auf die Heim-WM gehofft. „München 2029 wäre natürlich der Traum. Das würde mal richtig cool sein. Ich glaube, Leichtathletik hat in Deutschland generell einen hohen Stellenwert. Und jetzt habe ich das Gefühl, es wird immer mehr und mehr“, hatte der Welt- und Europameister im Zehnkampf, Leo Neugebauer, gesagt.
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